Colonia - otra vez
Schliesslich war es so schón dort! Und deshalb haben Honne und ich uns vor genau einer Woche auf den Weg gemacht. Die Úberfahrt von drei Stunden haben wir bei strahlendem Sonnenschein auf dem Sonnendeck verbracht, und siehe da: uns prompt auch rote Nasen dabei geholt. Wer vermutet auch schon morgens um 9 Uhr einen Sonnenbrand? Wir legen an um halb eins, bzw um halb zwei, denn hier herrscht die Sommerzeit. Und der Sommer - es ist knackig warm! Wir suchen uns eine Unterkunft fúr die Nacht, denn wir haben beschlossen, dass morgens hin und abends wieder zurúck doch zu blód wáre. Und wir haben Glúck: das einzige freie Zimmer in dem Hostal mit dem Namen "El Colonial" ist auch noch ein Doppelzimmer! Ich ziehe erstmal meine kurzen Hosen und meine Flip Flops an und dann gehts los. An den Strand, denn fúr alles andere ist es eigentlich viel zu warm. Zum Glúck stehen hier schattenspendende Pavillons und einer ist noch unbelegt - also unser! Hier im Schatten lásst es sich gut aushalten und auch das kúhle Bier mit namens "Pilsen" ist gar nicht so schlecht.
Gegen Frúhabend und mittlerweile angenehmer Temperatur machen wir uns auf den Weg ins Dórfchen und halten nach nur wenigen Blocks am Bootssteg. Schliesslich hat man von hier aus einen Úberblick úber die gesamte Bucht und der Fluss sieht eigentlich eher nach Meer aus. Hier erleben wir einen superschónen Sonnenuntergang und geniessen jede Sekunde. Leider kann man mittlerweile unsere gemeinsamen Tage an einer Hand abzáhlen und da gilt es alles auszunutzen. In einem kleinen Strassenrestaurant essen wir zu abend und eiern um 22 Uhr total erschópft und irgendwie todmúde in unser Hostal. Dort mampfen wir unseren Pfannkuchen mit Dulce de Leche, den wir noch auf die Faust mitgenommen haben, und fallen tot ins Bett. Besser gesagt auf den Fussboden, denn die Matratze hátte gutes Schlafen mit Sicherheit nicht zugelassen!
Am náchsten Morgen stellte sich vor allem die Frage: woher ein Frúhstúck kriegen? War in unserem Hostal nicht mitinbegriffen und auch um 11Uhr hatte lange nicht jedes Café geóffnet. Wenigstens der Bácker hatte schon offen und haben wir uns erstmal eine Túte mit Medialunas mitgenommen.
Plan fúr heute: Roller mieten und in der Gegend herumheizen! Der Typ in der Rollervermietung war alles andere als sympatisch und guckte micht erstmal von oben bis unten an. Bis er mich fragte, wie alt ich denn sei und ob ich denn so ein Ding fahren kónnte. Was ist denn bitte so schwer daran, den Gashahn aufzudrehen? Und der Hohn an der ganzen Sache ist: hier fahren 13 jáhrige mit so einem Ding herum und die fragt ja schliesslich auch keiner!
Wir fahren immer die Kústenstrasse entlang und finden wiedermal ein schónes Plátzchen am Strand, perfekt fúr eine kleine Siesta. Weiter die Strasse hoch liegen die Überreste einer alten Mole und dahinter kommt nur noch der Neubau eines Sheraton Hotels. Mehr nicht? Wir biegen an einem Kreisel ab und fahren weiter ins Landesinnere hinein. Und man muss sagen: mehr nicht! Die Stadt Colonia besteht grösstenteils aus dem Altstadt-Viertel und viel mehr kommt da nicht mehr. Auf dem Touri-Plan ist eine Lagund eingezeichnet, das wäre doch mal was. Wir heizen die Landstrasse weiter und kommen am Internationalen Flughafen von Colonia an - wofür braucht diese Stadt einen internationalen Flughafen? Die Lagune finden wir nicht! Dafúr finden wir heraus, dass der Flughafen den Namen "Laguna de los Patos" trägt. Das könnte einiges erklären...
Auf dem Rückweg kommen wir an einem Wald vorbei, wo wir noch eine kleine Rast machen und unseren Kuchen verspeisen, der uns so zugeflogen kam. Wir geniessen die Ruhe und die Einsamkeit, den Nadelduft und das Bienenbrummen, denn schliesslich geht es heute wieder in die grosse und laute Riesenstadt zurück. Ich höre die Buslinien 22, 24, 28, 29 und 126 schon in meinem Kopf brummen. Von den Autos ganz zu schweigen!
La Lauschi



















