ohwieschoen

Mittwoch, November 29, 2006

Colonia - otra vez

Schliesslich war es so schón dort! Und deshalb haben Honne und ich uns vor genau einer Woche auf den Weg gemacht. Die Úberfahrt von drei Stunden haben wir bei strahlendem Sonnenschein auf dem Sonnendeck verbracht, und siehe da: uns prompt auch rote Nasen dabei geholt. Wer vermutet auch schon morgens um 9 Uhr einen Sonnenbrand? Wir legen an um halb eins, bzw um halb zwei, denn hier herrscht die Sommerzeit. Und der Sommer - es ist knackig warm! Wir suchen uns eine Unterkunft fúr die Nacht, denn wir haben beschlossen, dass morgens hin und abends wieder zurúck doch zu blód wáre. Und wir haben Glúck: das einzige freie Zimmer in dem Hostal mit dem Namen "El Colonial" ist auch noch ein Doppelzimmer! Ich ziehe erstmal meine kurzen Hosen und meine Flip Flops an und dann gehts los. An den Strand, denn fúr alles andere ist es eigentlich viel zu warm. Zum Glúck stehen hier schattenspendende Pavillons und einer ist noch unbelegt - also unser! Hier im Schatten lásst es sich gut aushalten und auch das kúhle Bier mit namens "Pilsen" ist gar nicht so schlecht.
Gegen Frúhabend und mittlerweile angenehmer Temperatur machen wir uns auf den Weg ins Dórfchen und halten nach nur wenigen Blocks am Bootssteg. Schliesslich hat man von hier aus einen Úberblick úber die gesamte Bucht und der Fluss sieht eigentlich eher nach Meer aus. Hier erleben wir einen superschónen Sonnenuntergang und geniessen jede Sekunde. Leider kann man mittlerweile unsere gemeinsamen Tage an einer Hand abzáhlen und da gilt es alles auszunutzen. In einem kleinen Strassenrestaurant essen wir zu abend und eiern um 22 Uhr total erschópft und irgendwie todmúde in unser Hostal. Dort mampfen wir unseren Pfannkuchen mit Dulce de Leche, den wir noch auf die Faust mitgenommen haben, und fallen tot ins Bett. Besser gesagt auf den Fussboden, denn die Matratze hátte gutes Schlafen mit Sicherheit nicht zugelassen!
Am náchsten Morgen stellte sich vor allem die Frage: woher ein Frúhstúck kriegen? War in unserem Hostal nicht mitinbegriffen und auch um 11Uhr hatte lange nicht jedes Café geóffnet. Wenigstens der Bácker hatte schon offen und haben wir uns erstmal eine Túte mit Medialunas mitgenommen.
Plan fúr heute: Roller mieten und in der Gegend herumheizen! Der Typ in der Rollervermietung war alles andere als sympatisch und guckte micht erstmal von oben bis unten an. Bis er mich fragte, wie alt ich denn sei und ob ich denn so ein Ding fahren kónnte. Was ist denn bitte so schwer daran, den Gashahn aufzudrehen? Und der Hohn an der ganzen Sache ist: hier fahren 13 jáhrige mit so einem Ding herum und die fragt ja schliesslich auch keiner!
Wir fahren immer die Kústenstrasse entlang und finden wiedermal ein schónes Plátzchen am Strand, perfekt fúr eine kleine Siesta. Weiter die Strasse hoch liegen die Überreste einer alten Mole und dahinter kommt nur noch der Neubau eines Sheraton Hotels. Mehr nicht? Wir biegen an einem Kreisel ab und fahren weiter ins Landesinnere hinein. Und man muss sagen: mehr nicht! Die Stadt Colonia besteht grösstenteils aus dem Altstadt-Viertel und viel mehr kommt da nicht mehr. Auf dem Touri-Plan ist eine Lagund eingezeichnet, das wäre doch mal was. Wir heizen die Landstrasse weiter und kommen am Internationalen Flughafen von Colonia an - wofür braucht diese Stadt einen internationalen Flughafen? Die Lagune finden wir nicht! Dafúr finden wir heraus, dass der Flughafen den Namen "Laguna de los Patos" trägt. Das könnte einiges erklären...
Auf dem Rückweg kommen wir an einem Wald vorbei, wo wir noch eine kleine Rast machen und unseren Kuchen verspeisen, der uns so zugeflogen kam. Wir geniessen die Ruhe und die Einsamkeit, den Nadelduft und das Bienenbrummen, denn schliesslich geht es heute wieder in die grosse und laute Riesenstadt zurück. Ich höre die Buslinien 22, 24, 28, 29 und 126 schon in meinem Kopf brummen. Von den Autos ganz zu schweigen!

La Lauschi

Samstag, November 25, 2006

Foz do Iguacú

Nachdem wir am Donnerstag ja etwas durchgefroren in unsere Herberge kamen, gabs am nächsten Tag die Entschädigung dafür - nämlich satten Sonnenschein. Und wir machten uns mit dem Linien-Bus auf den Weg in den Nationalpark auf der anderen Seite des Flusses, auf nach Brasilien!
Vor der "Puente de la Amistad" raus aus dem Bus und die Pässe vorzeigen - es gibt nen Ausreisestempel, aber komischerweise keinen Einreisestempel. Wir fahren also ins Niemandsland hinein, quasi ohne eigentlich jemals dort gewesen zu sein. Mit dem nächsten Bus geht es vom ZOB in den Nationalpark.
Von hier aus, also von der brasilianischen Seite, hat man eigentlich den besseren Blick über dieses Naturschauspiel, denn die Wasserfällen liegen größtenteils auf der Argentinischen Seite und die kann man von hier aus perfekt überblicken. Leider kann man hier den Park nicht zu Fuß beschreiten, sondern man wird immer von einer Station zur nächsten mit einem weiteren Touri-Bus kutschiert. Aber das was sich einem bietet an Aussicht und Tierwelt entschädigt für alles!
Wir gehen die vorgegebene Route, immer entlang des Flussufers, nur in schwindelerregender Höhe. Von hier aus sieht man wirklich alles, auch die Stelle, in die wir gestern noch hineingefahren sind. Und wieder kreischt eine Reisegruppe und wird patschnass! In der Ferne sieht man den größten und beeindruckensten der Fälle, den "Garganta del Diablo". Direkt in den Schlund dieses Wasserfalles führt ein Steg und man nähert sich dem Getose auf wenige Meter. Und wieder wird man nass - aber diesmal sehr angenehm berieselt, was bei diesem Sonnenschein nur
willkommen ist! Wir haben einen guten Moment erwischt und sind so ziemlich die einzigen auf der Plattform, so dass man die Eindrücke ganz ungestört genießen kann....

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Cataratas de Iguazú

Wie weit muß man fahren um sich eines der schönsten Naturschauspiele der Welt anzuschauen?Von Buenos Aires sind es gute 18 Stunden Busfahrt, bis man in Puerto Iguazú ankommt. Dieses kleine Nest liegt im "3-Länder-Eck" zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay und bietet Wasserfälle vom Feinsten!Honne und ich haben uns am 8. November in einen dieser durchaus komfortablen Reisebusse gesetzt und haben uns in den Norden kutschieren lassen. Schon merkwürdig, auf der Fahrt über die Stadtautobahn einzuschlafen und am nächsten Morgen in subtropischen Landschaften zu blicken! Unser Hostal war ein kleiner Glücksgriff - klein und gemütlich mit einem Pool und sowieso ganz viel Grün, das fehlt mir doch in Buenos Aires so sehr!Am nächsten Morgen haben wir uns dann auf den Weg in den Nationalpark gemacht! Und haben voeher noch so eine tolle Tour gebucht mir dem schönen Namen "Gran Aventura", diese beinhaltet eine Fahrt durch den Park runter an den Río Iguazú und anschließend eine Bootstour zu den Wasserfällen. Was wir nur nicht wussten: man sollte sich besser Ersatzklamotten mitnehmen, weil man könnte ja doch ein bißchen nass werden. Ein bißchen ist vielleicht ein bißchen untertrieben - weil woher soll man denn auch wissen dass man mit diesem Motorbötchen DIREKT IN den Wasserfall fährt?!? Wir hatten ja schon die Befürchtung, denn als wir am Steg standen und auf unser Boot gewartet haben, kamen uns irgendwelche Menschen entgegen und die waren ganz nass! Nun ja, wir also in dieses Motorboot hinein - die Schwimmwesten waren schon patschnass und das war ganz schön eklig. Langsam sind wir losgetuckert und es hat ein bißchen geschaukelt. Unsere Rucksäcke sollten wir vorsichtshalber in so Plastiksäcke eintüten.
Kurz angehalten zum Fotos machen und dann sagte der Begleittyp, man solle doch nun bitte seine Fotoapparate verstauen. Und schon gab der Käpt'n Gas und ich denke noch "das macht der nicht wirklich" und er fährt wirklich IN den Wasserfall hinein! Wir waren nicht nur nass - wir waren klatschnass! Leider hat an diesem Tag nicht die Sonne geschienen, worüber wir uns morgens erst noch gefreut hatten, denn da konnte es auch schon gut mal 38° werden. Nur ohne Sonne trocknet man ja leider nicht so gut, also lief ich in Boxershorts und Honne Oberkörper frei in der Gegend herum. Ne Tasse heiße Schokolade wäre jetzt toll gewesen...Statt Kakao haben wir uns dann erstmal ein Eis gegönnt und haben uns die verschiedenen Routen, die man entlanggehen kann noch einmal angeschaut. Es sind angelegte Wege, die größtenteils über Stege entlangführen, so dass man wirklich direkt neben den einzelnen Wasserfällen steht und geht.Wirklich beeindruckend, worin so ein kleines Bächlein, dass erst ganz still und friedlich vor sich herplätschert enden kann - nämlich in einem Wasserfall, der 70 m runtergeht! Leider kann man das ja schlecht auf einem Foto wiedergeben...

La Lauschi Posted by Picasa

Pablo Riza

Ich bin Tante geworden!!!
Natürlich bin ich etwas ganz schön traurig, dass ich meinen kleinen Neffen noch nicht persönlich begrüßen kann, aber das werde ich selbstverständlich nachholen! Mittlerweile ist der Kleine ja auch schon 2 Monate alt, aber ich habe jetzt erst ein Foto bekommen.
Am 23. September klingelte mein Telefon und ein ganz aufgeregter Honne teilte mir mit, dass ein kleiner Junge das Licht der Welt erblickt hat! Ich war natürlich total aufgeregt und glücklich, aber andererseits eben auch ein bißchen traurig, weil ich den Kleinen ja erst im Februar bestaunen kann! Trotzdem bin ich natürlich eine total stolze Tante! Und mit Mia Mara hat das kleine Paulchen, wie er von meiner Oma genannt wird, ja auch eine tolle "große" Schwester! Posted by Picasa

Sonntag, November 19, 2006

Island, ein Wintermärchen

Island begibt sich wieder in den zweistelligen Temperaturenbereich. Am Sonnabend war ich mit Helge unterwegs und der Spitzenwert, den wir erreicht haben, lag bei 18° Celsius – MINUS 18°! Ohne Wind. Aber ich beginne von vorne:

Da die Wettervorhersage für Sonnabend einigermaßen gutes Wetter versprach, sind wir also morgens gegen 9:45 Uhr losgezuckelt. Da ging hier gerade die Sonne auf und tauchte die Berge in ein rot, das ich sonst nur vom Alpenglühen am späten Nachmittag kenne. Wunderschön. Diese Stimmung hat man hier übrigens auch den ganzen Tag über, wenn die Sonne scheint, denn es wirkt immer wie ein Spätnachmittag im Winter. Fast wäre unser Trip schon nach 50 km zu Ende gewesen, da wir angehalten hatten, um das Alpenglühen zu fotographieren und als Helge das Auto wieder anlassen wollte kam nur noch das Geräusch einer sterbenden Autobatterie…

Nach einigen gescheiterten Versuchen jemanden mit einem Starthilfekabel anzuhalten, erbarmte sich ein netter Isländer, der das gleiche Auto nur als Familienversion mit eben jener darin, fuhr, uns zu helfen. Starthilfe könne er zwar auch nicht geben, aber immerhin bis zur nächsten Tanke oder Werkstatt schleppen. Aber erst wolle er doch nochmal selber probieren, ob es nicht vielleicht doch ginge. Setzt der sich also in Helges Auto, wackelt einmal am Schaltknüppel und läßt den Wagen einwandfrei an! Heilende Hände! Vielen Dank! Trotzdem haben wir dann an der nächsten Tankstelle nochmal die Spannung der Batterie geprüft – alles supi. Na dann kann es ja beruhigt weiter gehen.

Vorbei an vereisten Meeresbuchten mit Blick auf schneebedeckte Berge dem ersten Ziel Húsafell bzw. dem Barnafoss entgegen. Dieser ist ein Wasserfall, der auf einer relativ breiten Strecke aus einem Lavafeld heraus fließt und gestern ganz toll vereist war. Allerdings war es da auch ganz toll kalt, so dass wir nach einer kurzen Photosession schnell wieder ins Auto mussten, um die Finger aufzutauen – autsch.

Das eigentliche Ziel war aber der Hallmundarhraun, ein Lavafeld in dem sich zahlreiche Höhlen befinden. Wir hatten uns eine Tropfsteinhöhle ausgeguckt, deren Namen ich mir leider nicht merken kann. Er fängt mit „S“ an.
Als wir die geteerte Straße verließen war es trotz Eis auf der Schotterpiste noch ok zu fahren. Auf dem Abzweig zur eigentlichen Hochland-Piste stand dann ein Schild das besagte „impassable“. Allerdings so am Rand der Piste, dass selbst der dickste Monster-Arctic-Truck da noch bequem vorbei gepasst hätte. Also, frei nach dem Motto geht nicht gibt’s nicht und schließlich gilt das Schild sicher nur für Yarisse und andere Kleinwagen, sind wir also mit 4x4 endlich wieder ins Gelände. Vereiste, bis zu 40 cm tiefe Spurrillen und zugefrorene kleine Furten waren dann echt mal wieder tolles Offroad-Feeling. Auf dem Weg zu den Höhlen hatte man mal wieder einen Gletscher im Blick, die Luft war unglaublich klar, kein Wunder bei -18°! Als wir endlich die Hinweisschilder zu den Höhlen gefunden hatten, haben wir uns also mit allem was wir dabei hatten angezogen und sind dann über das vereiste Lavafeld auf die Suche nach dem Einstieg zur Tropfsteinhöhle gegangen.

Nach einigem hin und her laufen ist uns dann ein Steinmännchen aufgefallen und siehe da: ein Eingang zu einer Höhle! Da dort allerdings zahlreiche Eiszapfen und bizzare Eiskristall-Formationen vorhanden waren, sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass es sich hierbei wohl doch eher um die auch ausgeschilderte Ìshellir handeln musste. Aber besser als gar keine Höhle und deshalb also rein da. Leider hatte ich keine Taschenlampe, so dass der Weg runter etwas länger gedauert hat, da Helge mir immer den Weg ausleuchten musste. Hat aber trotzdem ganz gut geklappt. Irgendwann hat man dann auch kein Licht vom Eingang mehr durchschimmern sehen und als Helge meinte, er geht mal eben kurz ein Stück weit alleine vor, um zu schauen, ob es sich noch lohnt weiter zugehen, da hockte ich dann alleine in der absoluten Finsternis. Und hocken ist da wirklich ein guter Ratschlag, denn als ich probehalber einmal aufgestanden bin, hab ich das sofort bereut und mich wieder hingehockt, da meine Orientierung komplett flöten war. Zum Glück kam der Helge aber wieder zurück und meinete weiter gehen lohnt sich nicht so wirklich und deshalb also wieder zurück. Auf dem Rückweg gab es dann noch eine Schrecksekunde, als das Eis unter uns von der einen Seite der Höhle bis zur anderen gesprungen ist. Fieses hohles Knacken und dann mertkt man eine kleine Bewegung, aber zum Glück war alles so durchgefroren, dass man gar nicht einbrechen konnte. Trotzdem hab ich eine leichten Anflug von panik verspürt und war dann echt froh einen Gletscher-erfahrenen Begleiter zu haben, der mir glaubhaft versichern konnte, dass wir da unten nicht elendiglich verrecken müssen. Also wieder raus ans Tageslicht. Dort haben wir dann noch ein bisschen nach dem anderen Höhleneingang gesucht, aber auf Grund der Kälte hab ich dann darauf gedrängt wieder zum Auto zurück zu gehen.

Der Rückweg wurde dann noch einmal durch einen kurzen Einkaufsstopp bei Bonús unterbrochen und um sieben haben wir dann bei Helge ein lecker Essen gekocht. Danach war ich dann eigentlich nur noch reif für den HotPot, aber der hatte schon zu und außerdem arbeite ich ja in der Unterhaltungsindustrie und so sind wir dann also zu mir gefahren. Husch husch umgezogen, etwas angehübscht und dann ab in die Bar11. Zum Glück waren einigermaßen viele Gäste da und so hatte ich gar keine Zeit zum müde sein. Dann sind auch noch Peter und Helge aufgetaucht und auf dem Weg in den Club hat es angefangen zu schneien. Als wir nach knapp zwei Stunden dann die Segel gestrichen haben, hatte sich der Schneefall in einen kleinen Schneesturm gewandelt. 15 cm Schnee in 2 Stunden!

Das Photo hab ich aus unserem Wohnzimmerfenster geschossen, am 19. November 2006 um 2:30 Uhr morgens! Es hat die ganze Nacht durchgeschneit und auch jetzt hört es nicht auf. Draußen fahren Kinder Schlitten und es ist richtig schön winterlich. Ich will auch Schlitten fahren! Hoffentlich bleibt es so schön.

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Sonntag, November 12, 2006

So, hier kommt das vor einiger Zeit angekündigte Foto vom Glockenturm der Hallgrimskirkja. Die Ausrichtung ist Nord-West und man ganz in der Ferne die Halbinsel Snaefellsness erahnen. Es war im übrigen schweinekalt und so windig da oben, dass das wackelfreie fotographieren gar nicht so einfach war. Bernie und ich sind dann auch schnell wieder runter und haben uns in einem meiner Lieblings-Cafés hier, Kofi Tomasar Fraenda (Die Hütte von Tom dem Verwandten...), lecker Tee und einen geilen Schoko-Kuchen einverleibt.
Bis zu Bernies Abreise blieb das Wetter auch so stabil sonnig, so dass ich schon frohlockte mit dem Fahrrad zu meiner neuen Wirkungsstätte in Fossvogur fahren zu können.
Hab ich auch genau 3 mal gemacht. Als ich beim Krankenhaus angekommen bin war ich dann allerdings immer so kaputt und durchgeschwitzt, dass ich dieses Unterfangen ganz schnell wieder aufgegeben habe und auf den Bus umgestiegen bin. Zu meiner Verteidigung habe ich zu sagen, dass das Rad ungefähr gar keinen Komfort hat (nicht mal die Bremsen gehen richtig) und wenn man hier morgens um 7:30 Uhr losfährt ist es stockdunkel und man braucht Licht, aber der Dynamo klemmt und wenn es dann dochmal geht hat man das Gefühl jemand hält einen fest. Und dann ging es auch noch die ganze Zeit bergauf... also wirklich lieber Bus.
Die Arbeit in der Notaufnahme macht mir aber riesigen Spaß, weshalb ich auch nochmal um 2 Wochen verlängert habe und dafür nicht in die Orthopädie/Traumatologie gehe. Ich darf ziemlich viel alleine machen und z.B. bei Wunden die genäht werden müssen haben die hier die Prämisse: "See one, do one, teach one." Was dann auch beinhaltet, dass sich meine Nähte niemand mehr anschaut und ich die Patienten dann selber entlasse. Die Briefe diktiere ich sowieso alle selbst auf Englisch und meine Skills im Röntgenbilder befunden habe ich auch schon ziemlich vorangetrieben. Eine Woche bleibt mir dort noch und dann bin ich die letzten beiden Wochen nochmal in der Allgemeinchirurgie in meinem ersten Krankenhaus. Da freu ich mich aber auch schon drauf, weil ich dann hoffentlich wieder mit Mad Jonas operieren kann.

In den letzten Tagenwar es hier recht kalt und es hat auch geschneit, so dass wir gestern die Gelegenheit beim Schopf gegriffen haben und aus der Stadt raus gefahren sind. Ungefähr 20 km Richtung Südküste gibt es einen Ort namens Hveragerdi und in dessen Hinterland fließen ein kalter und ein heißer Fluß zusammen und es gibt zahlreiche heiße Quellen in den Bergen. Katha, Helge, Peter und ich waren also um 12:30 Uhr am Start und sind in die verschneite Berglandschaft gewandert. Es hatte dort etwas mehr geschneit als in der Stadt und dann hatte der Wind auch noch teilweise wirklich tiefe Verwehungen aufgeworfen und wir sind mehr als einmal bis über die Knie drin versunken. Ziemlich krass war es etwas abseits des Weges zu laufen, was wir relativ oft gemacht haben, weil wir entweder eben jenen nicht mehr sehen konnten oder aber den besten Weg über den Bach suchen mussten. Da das Gebiet ja von den heißen Quellen durchzogen ist, war das Sumpfgras dort zwar mit Schnee bedeckt, aber darunter war es total morastig und ich bin echt so froh, dass meine Schuhe anscheinend dicht sind. Die sahen jedenfalls aus wie Schwein. Zum Glück ist ja aber die warme Waschmaschine Fluß immer neben einem und das haben meine Treter alles problemlos mitgemacht. Ich würde mal meinen was das angeht kann Mittelamerika kommen. Hey, heute in einem Monat sollte genau jetzt mein Flieger nach Brüssel starten :-)!
Ich denk an euch alle und freu mich auch schon euch bald wieder zu sehen.

Das Inga-Kind
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Dienstag, November 07, 2006

Roadtrip III


Bald ist es geschafft und wir sind einmal rund um Island. Nach unserem Aufbruch im regnerischen Egilstadir schwand die Hoffnung auf besseres Wetter recht rasch, da wir in einen Platzregen sondergleichen gerieten. Das ganze auf einer Schotterpiste, die anscheinend gerade geteert werde sollte, jedenfalls waren dort Kipplaster, Walzen und BAgger unterwegs und hatten ihr Arbeitsmaterial neben und auf der Straße verteilt, so dass Bernie ein weiteres Mal froh war, ein allrad-getriebenes Fahrzeug zu haben. Zumal die Straße ja nicht nur rocky sondern auch noch muddy war. Beieindruckend war übrigens auch, mit welch Virtuosität die LKW-Fahrer ihre Laster auf der einigermaßen schmalen Straße wendeten und dann mit einem Affenzahn zum Steinbruch runterrasten.
In den Ostfjorden angekommenen, konnten wir von deren vielbeschriener Schönheit leider nicht viel sehen, weil sich die Sicht meistens wie auf dem obigen Foto darstellte. Um unseren Gemüt etwas zu besänftigen schlugen wir einen kurzen Umweg an die Küste nach Djupivogur ein, wo wir einen frischgebrühten Kaffee und Kuchen sowie das großartige isländische Lakriz-Eis zu uns nahmen. So gestärlt ging es weiter an der Südostküste entlang, die bei gutem Wetter ein Landschaftliches Juwel sein muss. Ich kann davon leider nicht viel berichten. Mittagspause mit dem obligatorischen Pylsur hatten wir dann in Höfn. Auch kein wirkliches Highlight. Auf dem Weg zu unserer nächsten Unterkunft in Svinafell lag die berühmte Gletscherlagune Jökullsarlon. Auch hier Sturm, Regen, grau in grau und der Gletscher dahinter nicht mal ansatzweise zu sehen! Aus trotz hab ich natürlich trotzdem Fotos gemacht, aber irgendwie sind die ein so trauriger Anblick, dass ich die hier keinem zumuten möchte.

Kurz bevor wir unsere Unterkunft erreichten kam dann die Gelbe Sau doch tatsächlich noch von der Seeseite hervor! Der Gletscher, der alte Arsch, zeigte sich freilich immernoch nicht mit mehr als ein paar mickrigen Ausläufern. Dafür aber mit Regenbogen, haha! Über was man sich nicht alles freut, wenn das Wetter mies ist...
Die Nacht haben wir ein einer eigentlich ganz netten Unterkunft verbracht, nur die Küche war etwas spärlich ausgestattet, aber ich kann euch sagen, dass es geht Nudeln ohne Salz zu kochen und Zwiebeln ohne Fett anzubraten. Und geschmeckt hat es auch nicht so übel.
Die Hoffnung auf besseres Wetter war dann noch am gleichen Abend wieder dahin, da es begann zu stürmen wie nichts gutes und auch der Regen wieder einsetzte. Am nächsten Morgen sah es hinter uns, also zurück Richtung Glestscherlaguen recht vielversprechend nach Sonne aus, sodass wir ersteinmal zurückfuhren, dann aber nach einem Kap feststellen mussten, dass die Sonne sich nur auf diese kleine Region beschränkt hatte und der Nutzen von 100 km zusätzlich dann wohl doch nicht dagewesen wäre. Also nicht immer Richtung Sonne sondern immer Richtung Westen. Das hieß: Überquerung des Skeidarasandur, zum Glück auf einer Brücke und nicht durch furten, so wie vor Hundert Jahren. Diese 900m lange Brücke ist allerdings 1996 bei dem letzten großen Gletscherlauf des Vatnajökull (Grimsvötn-Ausbruch) zu einem großen Teil von den Fluten weggerissen worden. Wer wissen möchte, was ein Gletscherlauf ist, kann entweder nach Island kommen und sich das Info-Center im Skaftafell-National Park anschauen (hatte natürlich schon geschlossen als wir da waren) oder bei Wikipedia nachschauen, dort gibt es wirklich gute Infos, Bilder und Links.

Wir sind also heile über die Brücke rübergekommen, wobei einen schon ein mulmiges Gefühl beschleicht, zumal es mal wieder so wolkig war, dass man weder den Gletscher auf der einen noch das Meer auf der anderen Seite hat sehen können.
Der nächste Ort nach dem Sander ist Kirkjubaerklaustur, wo wir eine kleine Essens- und Proviantauffüll-Pause gemacht haben. nach einigem Hin-und-Herüberlegen haben wir uns dann entschlossen den Offroad-Weg Richtung Landmannalaugar zu nehmen, ein geothermales Quellgebiet mit bunten Rhyolith-Bergen drumrum. Wir waren etwas skeptisch, weil es in den letzten Tagen ja doch ziemlich doll geregnet hatte und auf dem Weg dorthin einige Flüsse zu furten waren. Egal, wir versuchens. Eine Hütte, in der man übernachten kann gibt es dort und außerdem lockten die warmen Quellen und der warme Fluß zum baden. Von der Ringroad biegt man Richtung Hochland ab und folgt der Beschilderung nach Landmannalaugar, das sind ca. 70 km. Nach ca. einer dreiviertel Stunde Fahrt kam die erste Furt. Austeigen, Wasser anschauen, wo ist es tief, wo fließt das Wasser schnell, wo langsam. Gemeinsam waren wir der Meinung die beste Stelle gefunden zu haben - durchwaten wollte keiner durch den eiskalten, etwa 12 m breiten Fluß... Also rein ins Vergnügen, das gar nicht so flach war wie erwartet und HOPPLA, da gehts am Ende ja nochmal runter - mir ist fast das Herz stehengeblieben! Der kleine Larry war bis über die Reifen komplett im Wasser! Aber wir haben es geschafft, danach zitterten zwar die Hände, doch immerhin geschafft.
Zur Belohnung für diese kühne Tat haben wir uns eine Abstecher Eldgja-Spalte gegönnt (unteres Bild). Das ist eine über 40 km lange Kraterspalte, durch die ein munteres Flüsschen fließt und die für einen der verheerrendsten Ausbrüche auf Island gesorgt hat. Da sind wir dann ein Stück weit reingelaufen, natürlich wieder kein Mensch außer uns. Da das Wetter aber eher schlechter als besser zu werden schien, sind wir wieder umgekehrt und haben uns damit um einen tollen Wasserfall gebracht. Aber unser eigentliches Ziel war Landmannalaugar und deshalb weiter. Kaum beim Auto angekommen begann es auch schon wieder munter zu schütten. In der Karte waren noch drei weitere Furten eingezeichnet und als ich schon dachte "das waren sie dann jetzt wohl" kam die erste der eingezeichneten Furten. Die kleinen, die wir nämlich nach unserem Abstecher durchfurtet hatten, sind nur "saisonbedingt" vorhanden, sprich bei viel Wasser oder generell so flach, dass sie als Pfützen gelten und deshalb gar nicht eingezeichnet werden. Nun gut, wir also den ersten Teil der zweiten richtigen Furt gut hinter uns gebracht und dann: ENDE! Das was wir sahen, sah tief und schnell aus. Ich war ja drauf und dran durchzuwaten, aber das Wasser war sowas von kalt, dass ich bei dem Gedanken eventuell ein zweites Mal da durch zu müssen, schon fast erfroren bin. Bernie wollte auch nicht und so sind wir schweren Herzens umgekehrt und mit einem kleinen Abstecher über Vik und den beleuchteten Seljalandsfoss (ja, der wo man hinter gehen kann) nach Reykjavik zurück gekehrt.
Dort haben wir dann das Auto noch für 2 weitere Tage gehabt, wobei wir den Samstag eigentlich nur gegammelt haben und Sonntag in die Blaue Lagune gefahren sind. Das ist das Abwasser-Becken eines Geothermalen Kraftwerkes und das Wasser ist halt so ganz milchig-blau. Sieht man auf jedem Island-Prospekt. Drum herum wird ganz viel gebaut, ein Hotel gibt es schon, jetzt kommt noch ein dermatologische Klinik und Wellnes-Center dazu. Da auf dem Grund der Lagune ein besonders Mineralhaltiger Schlamm liegt (den man allerdings nicht direkt vom Grund benutzen sollte, lieber den gereinigten, der in Behältern bereit steht), der die Haut rein und klar und geschmeidig machen soll, wird das natürlich in Pflegeserien gant groß vermarktet und auch der Eintritt ist mit 1400 ISK relativ gesalzen. Was einem als Touri auch keiner sagt ist, dass man sich eigentlich einen flotten Kurzhaarschnitt verpassen lassen kann, wenn man die Haare dieser Brühe aussetzt! Ich habe jedenfalls 3 Wochen gebraucht, bis mein Haar sich nicht mehr anfühlte wie Lametta! Fazit Blaue Lagune: nett, aber mehr auch nicht. Da zieh ich die Ostsee-Therme im Winter vor... (Lauschi ich freu mich schon!)
Am Montag haben wir dann das Auto wieder abgegeben, bei strahlendem Sonnenschein!


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Mittwoch, November 01, 2006

Dieser Text wird etwas kürzer ausfallen, da ich ihn schoneinmal geschrieben hatte, dafür ca. eine Stunde gebraucht hab und er dann beim speichern "verloren gegangen" ist...
Nach einer entspannten Nacht in Akureyri sind wir also aufgebrochen Richtung Nord-Osten und die erste Sehenswürdigkeit auf unserem Weg war der Godafoss (Götter-Wasserfall). Wir waren die einzigen Menschen dort und konnten so wirklich schöne Fotos vom leicht verschneiten Wasserfall machen. Sah schon irgendwie märchehaft aus und es hätte mich wenig gewundert, wenn ein Troll um die Ecke gekommen wäre und gefragt hätte, ob wir eine Fotolizenz hätten...

Weiter ging es Richtung Myvatn, was soviel heißt wie "Mückensee", ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel der Isländer. Der See liegt in einer geothermalen Region und ist deswegen wohl auch recht warm. Wir haben das nicht getestet, da das Wetter eher unfreundlich war. Deshalb hat sich der vielbeschriebene mystische Zauber der Rehion auch nicht so dargestellt, wie ich mir das erwartet hätte, aber immerhin haben wir dort einen unserer wenigen kleinen Hikes unternommen: rauf auf den Vulkankegel Hverfell (ca. 480m). Dort oben war es erstens ganz schön windig, zweitens ganz schön kalt und drittens hatte man einen guten Ausblick über den See, die umliegenden geothermalen Felder und die bizarren Lavaformationen, die von den Eruptionen des Vulkans Krafla stammen. Da war es dann doch eine irgendwie seltsame Gegend. Da auf der Karte ein paar heiße Quellen eingezeichnet waren, haben wir schon frohlockt, eventuelle ein Bad in einem Naturhotpot halten zu können, aber leider nein. Die einzig wohltemperierte Quelle war eine kleine Blaue Lagune ("Abwasserbecken" eines geothermalen Kraftwerkes), die gerade von einer Reisegruppe aus Thüringen übervölkert wurde und außerdem natürlich teuer war. Also nur nen heißen Tee aus der Thermoskanne und weiter Richtung Dettifoss (Dettifoss - Fossi-Bär...?). Dieser welcher ist der größte (wasserreichste Wasserfall Europas) und stürzt sich 40m in die Tiefe. Sehr beeindruckend, laut und nass.

Da wir ja einen Geländewagen hatten, sind wir natürlich auch die schlechtere der beiden Straßen gefahren: gefühlte 100 km Wellblechpiste bis man endlich am Wasserfall-Parkplatz war, dann nochmal 10 Minuten zu Fuß und dafür dann ein wirklich beindruckender Anblick - zumal wir wieder ganz alleine waren. Der Fluss, der den Wasserfall hinunterstürzt kommt vom Vatnajökull und fließt dann im Norden Islands ins Nordmeer. Er hat sich seinen Weg bis zu 20m tief durch Basaltgestein geflossen und diese Basaltsäulen bilden ein ziemlich fotogenes Flussbett, da sie sehr gut erhalten sind, oder wie Katha sagen würde: der Erosion noch nicht stark ausgesetzt waren. Nach einer 45-minütigen Fotoorgie sind wir dann also auf der Wellblechpiste weitergefahren. Endlich an deren Ende angekommen wollten wir den Wegweisern zur Asbyrgi-Schlucht folgen, in der Odins Pferd ein Hufeisen verloren haben soll, oder so ähnlich. Aber da hatte sich wohl irgendein Scherzkeks eben jenen erlaubt. Nach 3 Kilometern standen wir vor einem geschlossenen Tor eines einsamen Bauernhofes und es sah nicht so aus, als ob es danach weitergehen würde. Da es langsam begann dunkel zu werden, kerten wir um und beschlossen nach Egilstdir weiterzufahren. Das war allerdings noch ein ganz schönes Stück, aber jede andere Unterkunft hätte einen relativ großen Umweg von unserer groben Route bedeutet.
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Der Weg wurde dann sogar noch länger, da wir in eine Mega-Nebel-Wolken-Bank gerieten und teilweise nur noch mit 30 schleichen konnten. Galt natürlich nur für uns. Von Isländern wurden meist recht flott überholt, wobei man sich nicht vorstellen darf, dass dort viel los war. Etwa soviel wie auf einer Neben-Landstraße zwischen Bremen und Bremerhaven Mittwochmorgen un 3 Uhr. Richtig gemütlich wurde es dann, als die Aphaltdecke aufhörte und somit auch der Mittelstreifen zur Orientierung ausfiel... Natürlich sind wir aber sicher und unbeschadet in Egistadir angekommen und haben dort nahc einigem Suchen auch eine Schlafstatt gefunden - mehr kann man das wirklich nicht nennen. Ich kam mir so´n bisschen vor wie Maria und Josef...
Unsere Unterkunft war nämlich ein Wellblech-Container, ungefähr halb so groß wie ein Bauwagen, neben der Scheune eines Hofes. Eigentlich war im Reiseführer angegeben, dass der Hof Zimmer und Cottages vermietet, aber wir hatten etwas Pech, da kurz vor uns ein Bus mit 60 Schülern oder so angekommen war, die nun alles in Beschlag genommen hatten. Naja, aber bevor man dann im Auto schläft, freut man sich doch über das Container-Schnäppchen für 1000 ISK pro Person und Nacht. Ausstattung wie folgt: 2 Pritschen mit ekel-häkel Bezug, 1 Tisch, 2 Klappstühle, 2 Heizkörper, 1 Wasserkessel (elektrisch). Geschlafen haben wir dann aber doch gar nicht so schlecht und am nächsten Morgen ging es im strömenden Regen raus aus Egilstadir (dem wichtigsten Kaff im Osten Islands, in dem nicht tot überm Zaun hängen möchte, nichtmal bei schönem Wetter) zu den Ostfjorden, doch davon beim nächsten Mal...