Dieser Text wird etwas kürzer ausfallen, da ich ihn schoneinmal geschrieben hatte, dafür ca. eine Stunde gebraucht hab und er dann beim speichern "verloren gegangen" ist...
Nach einer entspannten Nacht in Akureyri sind wir also aufgebrochen Richtung Nord-Osten und die erste Sehenswürdigkeit auf unserem Weg war der Godafoss (Götter-Wasserfall). Wir waren die einzigen Menschen dort und konnten so wirklich schöne Fotos vom leicht verschneiten Wasserfall machen. Sah schon irgendwie märchehaft aus und es hätte mich wenig gewundert, wenn ein Troll um die Ecke gekommen wäre und gefragt hätte, ob wir eine Fotolizenz hätten...
Weiter ging es Richtung Myvatn, was soviel heißt wie "Mückensee", ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel der Isländer. Der See liegt in einer geothermalen Region und ist deswegen wohl auch recht warm. Wir haben das nicht getestet, da das Wetter eher unfreundlich war. Deshalb hat sich der vielbeschriebene mystische Zauber der Rehion auch nicht so dargestellt, wie ich mir das erwartet hätte, aber immerhin haben wir dort einen unserer wenigen kleinen Hikes unternommen: rauf auf den Vulkankegel Hverfell (ca. 480m). Dort oben war es erstens ganz schön windig, zweitens ganz schön kalt und drittens hatte man einen guten Ausblick über den See, die umliegenden geothermalen Felder und die bizarren Lavaformationen, die von den Eruptionen des Vulkans Krafla stammen. Da war es dann doch eine irgendwie seltsame Gegend. Da auf der Karte ein paar heiße Quellen eingezeichnet waren, haben wir schon frohlockt, eventuelle ein Bad in einem Naturhotpot halten zu können, aber leider nein. Die einzig wohltemperierte Quelle war eine kleine Blaue Lagune ("Abwasserbecken" eines geothermalen Kraftwerkes), die gerade von einer Reisegruppe aus Thüringen übervölkert wurde und außerdem natürlich teuer war. Also nur nen heißen Tee aus der Thermoskanne und weiter Richtung Dettifoss (Dettifoss - Fossi-Bär...?). Dieser welcher ist der größte (wasserreichste Wasserfall Europas) und stürzt sich 40m in die Tiefe. Sehr beeindruckend, laut und nass.
Da wir ja einen Geländewagen hatten, sind wir natürlich auch die schlechtere der beiden Straßen gefahren: gefühlte 100 km Wellblechpiste bis man endlich am Wasserfall-Parkplatz war, dann nochmal 10 Minuten zu Fuß und dafür dann ein wirklich beindruckender Anblick - zumal wir wieder ganz alleine waren. Der Fluss, der den Wasserfall hinunterstürzt kommt vom Vatnajökull und fließt dann im Norden Islands ins Nordmeer. Er hat sich seinen Weg bis zu 20m tief durch Basaltgestein geflossen und diese Basaltsäulen bilden ein ziemlich fotogenes Flussbett, da sie sehr gut erhalten sind, oder wie Katha sagen würde: der Erosion noch nicht stark ausgesetzt waren. Nach einer 45-minütigen Fotoorgie sind wir dann also auf der Wellblechpiste weitergefahren. Endlich an deren Ende angekommen wollten wir den Wegweisern zur Asbyrgi-Schlucht folgen, in der Odins Pferd ein Hufeisen verloren haben soll, oder so ähnlich. Aber da hatte sich wohl irgendein Scherzkeks eben jenen erlaubt. Nach 3 Kilometern standen wir vor einem geschlossenen Tor eines einsamen Bauernhofes und es sah nicht so aus, als ob es danach weitergehen würde. Da es langsam begann dunkel zu werden, kerten wir um und beschlossen nach Egilstdir weiterzufahren. Das war allerdings noch ein ganz schönes Stück, aber jede andere Unterkunft hätte einen relativ großen Umweg von unserer groben Route bedeutet.
Der Weg wurde dann sogar noch länger, da wir in eine Mega-Nebel-Wolken-Bank gerieten und teilweise nur noch mit 30 schleichen konnten. Galt natürlich nur für uns. Von Isländern wurden meist recht flott überholt, wobei man sich nicht vorstellen darf, dass dort viel los war. Etwa soviel wie auf einer Neben-Landstraße zwischen Bremen und Bremerhaven Mittwochmorgen un 3 Uhr. Richtig gemütlich wurde es dann, als die Aphaltdecke aufhörte und somit auch der Mittelstreifen zur Orientierung ausfiel... Natürlich sind wir aber sicher und unbeschadet in Egistadir angekommen und haben dort nahc einigem Suchen auch eine Schlafstatt gefunden - mehr kann man das wirklich nicht nennen. Ich kam mir so´n bisschen vor wie Maria und Josef...
Unsere Unterkunft war nämlich ein Wellblech-Container, ungefähr halb so groß wie ein Bauwagen, neben der Scheune eines Hofes. Eigentlich war im Reiseführer angegeben, dass der Hof Zimmer und Cottages vermietet, aber wir hatten etwas Pech, da kurz vor uns ein Bus mit 60 Schülern oder so angekommen war, die nun alles in Beschlag genommen hatten. Naja, aber bevor man dann im Auto schläft, freut man sich doch über das Container-Schnäppchen für 1000 ISK pro Person und Nacht. Ausstattung wie folgt: 2 Pritschen mit ekel-häkel Bezug, 1 Tisch, 2 Klappstühle, 2 Heizkörper, 1 Wasserkessel (elektrisch). Geschlafen haben wir dann aber doch gar nicht so schlecht und am nächsten Morgen ging es im strömenden Regen raus aus Egilstadir (dem wichtigsten Kaff im Osten Islands, in dem nicht tot überm Zaun hängen möchte, nichtmal bei schönem Wetter) zu den Ostfjorden, doch davon beim nächsten Mal...


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