ohwieschoen

Freitag, Oktober 27, 2006

Mein vergangenes Wochenende habe ich in Mendoza verbracht. Und das erste was ich dazu sagen will: das ist meine Stadt!Um eine kleine Vorstellung für die Entfernungen zu bekommen: Man setze sich abends um 20.30 hs in den Reisebus, schießlich wird hier alles mit Bussen bestritten, und kommt am nächsten Morgen um 10 hs an. Und man befindet sich immer noch im gleichen Land! Auf der Landkarte fährt man mit dem Finger immer Richtung Westen und stoppt dann kurz vor den Anden.Ich habe dort so viele Eindrücke von diesem Land erhalten, dass ich sie kaum niederschreiben kann. Das beeindruckenste sind natürlich die Berge. Aber auch das einen umgegebende Grün, das bin ich ja kaum noch gewohnt. Hier in Bs.As. muß man Bäume schließlich suchen. Ich denke, dass ich mich dort von anfang an wohler gefühlt hätte als in Bs.As. - aber das weiß man ja vorher nicht...
Wir sind also am Samstag morgen angekommen und haben uns gleich für eine Trecking-Tour in die Berge angemeldet. Es stellte sich heraus, dass es mehr eine Touri-Foto-Tour war, aber immerhin waren wir mittendrin und konnten uns sogar mit Schneebällen bewerfen. Und das bei 25°C!!! Der erste Stopp wurde gemacht, bevor wir überhaupt die Cordillere passiert hatten, und wahrscheinlich auch nur, weil einer der ca 50 jährigen Touris darum gebeten hatte. Nächster Stopp, 25 min, für Kaffeepause und Pipi machen. Auf unsere Nachfrage, ob es auch noch etwas "aktiver" wird, wurden wir nur schief belächelt. Die nächsten Fotos durften dann im nun geschlossenen Skigebiet "Penitentes" gemacht werden. Hier auch die Schneeballschlacht! Das erste nun wirklich interessante an der Tour, war die "Puente del Inca", an der wir natürlich auch gehalten haben. Sieht erstmal ziemlich unspektakulär aus, weil lauter Souvenier-Stände drumherum mit Kitsch aller Art. Und dann sieht man eine steinerne Brücke, die aus dem Mineral Limoneta geformt wurde und vor keine Ahnung wieviel Jahren, bereits von den Inca benutzt wurde. Dazu gibt es eine Geschichte, die man eigentlich kaum glauben kann und dazu nur soviel, um hier niemanden mit unnützem Wissen zu beschallen: das Hotel wurde von einer Lawine zerstört und die Kirche, die bergnäher stand als das Hotel, steht immer noch.

Endlich kommen wir am Cerro Aconcagua an. Bisher konnte man es auch auf 2000 m Höhe noch sehr gut im kurzen Shirt aushalten. Aber hier oben, wir befinden uns in zugigen 3600 m, ist es wohl recht zugig! Natürlich liegt der Pulli im Micro... Die Luft ist hier merklich dünner nd wir, total unausgelastet von nur im Auto sitzen, rennen die Hügel hoch. Da pfeift man wirklich auf dem letzten Loch! Aber eine geile Aussicht hat man hier! Ich bin immer wieder fasziniert von Bergen. Irgendwie ruht hier die Ewigkeit... Ganz nebenbei ist der Cerro Aconcagua 6960 m hoch und ist damit der höchste Berg auf dem ganzen amerikanischen Kontinent. Und ich da. Mein nächstes Ziel: ihn zu besteigen... kleiner Scherz! Von unserer Reiseführerin Carlita durften wir uns ein belächelndes "na, seid ihr gelaufen?" anhören und ab ging es wieder in den Bus.Auf dem Rückweg haben wir eben in dem Skigebiet gehalten, um noch mal schnell was zu essen. Der Kellner fand uns glaub ich auch ziemlich kacke, weil wir hatten keinen Hunger. Haben ja schließlich oft genug angehalte, um immer mal was zu futtern. Also habe wir uns jeder nen Kaffee bestellt und als wir den dann bekamen, wollte uns dieser nette Herr Ober auch glatt den Brotkorb wegnehmen. Nach eineinhalb Stunden ging es dann auch endlich weiter. Wieder Pipi- und Kaffeepause - und das nach einer Stunde Fahrt! Kein Wunder, dass diese Tour mit 10 Stunden angegeben war!
Der nächste Stopp hingegen bot wieder einen schöneren Blick. Wir hielten nämlich an einem Gebiergssee, der sich eben zur Schneeschmelze mit Wasser füllt. Blauer ist auch das Mittelmeer nicht...!
Leider war dieser Tagesausflug alles andere als das, was ich mir vorgestellt hatte, aber er hat mir die Berge ein ganz großes Stück näher gebracht!

La Lauschi Posted by Picasa