Lange her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe!Dafür jetzt aber die volle Dröhnung. Ich beginne damit, dass Bernie am 06.10. bei bestem Wetter in Keflavik gelandet ist. Zum Glück, denn wenn es geregnet hätte, dann hätten sich ja alle seine Vorurteile bestätigt! Dieses tolle Wetter hielt dann auch noch den nächsten Tag, so dass wir zwei und Katha beschlossen mit Helges Jeep (den ja immer noch hatte), einen Tagestrip nach Snaefellsness zu machen. Das ist eine Halbinsel, die nördlich von der liegt, auf der Reykjavik ist. Sie gehört zum ältesten Teil von Island und man kann auf ihr fast alle Landschaften finden, die das restliche Island zu bieten hat. Also perfekt um einen schnellen Überblick zu bekommen. Wie schon gesagt war das Wetter ziemlich gut (Sonne, ein paar Federwölkchen, windig und gar nicht so warm) als wir gemütlich gegen 10 Uhr losgefahren sind.
Auf dem Weg dorthin mussten wir durch einen Tunnel unter einem Fjord durchfahren, wo dann erst am anderen Ende klar wurde, dass der ganze Spaß 1000 Kronen kosten sollte. Naja, da muss man dann als Touri durch und ganz brav zahlen. Bernie hat nach fast jeder Biegung die Photo-Krise bekommen, aber verständlich - ging mir ja in den ersten Tagen auch nicht anders. Ich hab dann aber irgendwann das Steuer an ihn übergeben, so dass auch ich mir mal die Landschaft in Ruhe anschauen konnte. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto einsamer wurde es mal wieder, was man unter anderem immer gut daran merken kann, dass der Radioempfang schlechter wird.
An der Südseite der Halbinsel gibt es einen relativ breiten Küstenstreifen und ziemlich steil abfallende Klippen mit zahlreichen Wasserfällen, und wenn ich Katha richtig zugehört habe, entsteht sowas bei subglazialen Eruptionen (für alle, die mal bei Wikipedia nachschaun wollen ;-). Unser Mittagessen haben wir dann in einem Lavafeld mit Blick aufs Meer oder wahlweise den in Wolken steckenden Gletscher zu uns genommen. Stürmisch, aber trotzdem schmackhaft. Und auf Moos läuft es sich nicht nur gut, es ist auch ein prima Popo-Polster. Weiter ging es auf einem Schotterweg, der uns so nah wie möglich an den Gletscher bringen sollte. Hätten wir uns eigentlich auch sparen können, weil da oben sowieso alles in Wolken hing und wir eigentlich nix vom Gletscher gesehen haben. Nur ein bisschen Schnee, der dann auf ca. 800 m doch schon gefallen war. Und uns kam doch tatsächlich wieder ein berühmt-berüchtigter Offroad-Yaris entgegen!
Auf der Nordseite von Snaefellsness angekommen hat nicht nur gestürmt, sondern auch geregnet und war irgendwie doof grau in grau. Unser Rückweg hat uns dann um das Kap herumgeführt und je näher wir diesem kamen, desto besser wurde dass Wetter. An den Straßen stehen ziemlich viele Hinweisschilder für Sehenswürdigkeiten, die meistens dann doch nicht so toll sind, aber man weiß ja nie und so sind wir also einem der Schilder gefolgt und standen dann plötzlich vor einer Absperrung. Dabei wollten wir doch ans Meer! Also rein in den Windstopper, die Mütze auf, die Handschuhe an und losgelaufen. Was dann kam, war eine Ruine eines Hauses, die auf den ersten Blick mal gar nicht so spektuklär war, dann aber doch noch ganz gut als Photomotiv zu gebrauchen war. Und das Meer hat dort ein nettes Wellen-und-Wind-Schauspiel geboten. Auf dem Rückweg zum Auto haben wir dann doch noch erleben dürfen, wie der Gletscher aus den Wolken hervorgelugt hat. Sah total klasse aus, weil der Boden noch ganz krass diese leuchtenden Herbstfarben hatte.
Auf dem Rückweg nach Reykjavik wollten wir dann den Mauttunnel umgehen und sind um den Fjord herum gefahren. Hätten wir mal nicht machen sollen. Das hat nämlich mindestens ne Stunde gedauert und die Straßen waren auch viel schlechter als erwartet. In Reykjavik hat uns dann allerdings ein opulentes Mahl bei Caitlin erwartet, zu dem wir uns selbst eingeladen hatten. Da der Sonntag eigentlich nur verregnet war haben wir nix gemacht. Ich musste nur den Helgi vom Flughafen abholen und ihm sein Auto wieder geben. Leider ist mir kein suffizienter Weg eingefallen, dies zu umgehen. Aber ich will auf jeden Fall später, wenn ich groß bin, mal wo wohnen, wo ich auch so ein Auto fahren kann! In Kürze folgt der nächste Teil über Bernie´s und meinen Roadtrip!


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