Eine ganze Stadt befindet sich im Ausnahmezustand! Ein Weltstar - ja, so könnte man ihn bereits nennen - ist zu Gast im Estadio River Plate in Buenos Aires. Und es überhaupt das erste Mal, dass er in diesem Land zu Besuch ist. Deshalb weiß keiner so genau, wie der Abend verlaufen wird, wie verrückt sind die argentinischen Jugendlichen nach ihm? Beginn des Ereignisse ist um 22 Uhr. natürlich ist der ganze Bereich um das Stadion herum weitläufig abgesperrt und die Mengen werden in begitterten Wegen zu den Eingängen geleitet. Es ist 19.30 Uhr und größtenteils junge Leute bewegen sich in Richtung Ort des Geschehens, aber auch einige ältere mit Kindern sind dabei. Langsam füllt sich der abgedeckte Rasen, auch auf den Rängen werden die Sitzplätze gefüllt. Um halb neun fängt die Vorgruppe an, zu spielen. Eine argentinische Kombo mit dem Namen keine Ahnung wie, aber mit netten Rhythmen um schon mal für die richtige Stimmung zu sorgen. Mittlerweile haben wir es auch geschafft und stehen knapp hinter der ersten Absperrung, aber eben nur knapp. Der Beliebtheitsgrad wird schnell deutlich: immer wieder werden einige Mädchen von den Sicherheitsmenschen aus den Massen gezogen; schließlich hat schon die eine oder andere hier mehrere Stunden oder gar Tage zugebracht, nur um ihrem Idol nahe zu sein. Das schlimmste was passieren kann, ist eine Ohnmacht mitten in der Menschenmenge. Aber auch das passiert! Über die Köpfe der Fans wird eine Frau noch vorn gereicht. Auch ein Mädchen neben uns knickt immer wieder in die Knie, mit bleichen Lippen sagt sie zwar es ginge ihr schlecht, aber raus wolle sie auch nicht.
Die argentinische Truppe bedankt sich für ihren Auftritt und die letzte dreiviertel Stunde des Wartens ist angebrochen.
Um Punkt 22 Uhr gehen auf einmal die Lichter aus und die Bühne wird gesäumt von Flammen. Die Menge fängt an zu schreien und zu kreischen. Der Druck, der sich nach vorne hin aufbaut, wird immer größer. Der Meister selbst betritt die Bühne und fängt sofort an, sein Talent zum Besten zu geben. Alles schiebt sich nach vorne, alle wollen ihrem Liebling ganz nahe sein. Die Welle schiebt sich nach vorne und wieder nach hinten. Man hat Mühe, sich überhaupt auf seinen Füßen zu halten und immer wieder neuen Halt zu suchen. Was aus dem Mädchen neben uns geworden ist, weiß ich nicht. Spätestens jetzt ist klar, wie verrückt die Argentinier nach ihm sind: sehr verrückt!
Die anderen um mich herum habe ich längst verloren, zu beschäfttigt damit, mich aufrecht zu halten und nicht in der Menge unterzugehen. Langsam schiebe ich mich immer weiter nach hinten - ich wollte doch ganz gern lebendig das Stadion verlassen. Weiter hinten komme ich etwas zur Ruhe, aber ich merke, dass ich noch etwas zitterig bin.
Nach dem dritten Lied erklingt ein "Buenas noches Argentina!" und die Menge tobt! Trotz der Anstregungen der Tournee gibt er sich fröhlich und gelassen und scheint beeindruckt von dem Menschenmeer, das nur seinetwegen hier ist. Auch, dass die Fans seine Texte besser kennen als er selbst, rührt ihn und er muß unverhohlen grinsen. Da sieht man den kleinen Lausbuben, wie
er sonst immer beschrieben wird. Mittlerweile hat sich das Menschenmeer etwas beruhigt und nun man kann diesen Abend der Musik endlich genießen, mitsingen und ein bißchen tanzen. Ich bin beeindruckt von dem Blitzlichtgewitter, das auf sein Kommando ausgelöst wird!Zwei Stunden lang steht er auf der Bühne und gibt alles was er kann. Er singt vor allem Titel aus dem Album des letzten Jahres, aber auch ältere Superhits werden zum Besten gegeben - und alles singen mit!
Mit einem "Te amo" verabschiedet er sich und kommt auch nicht mehr auf die Bühne zurück...


1 Comments:
Wer ist denn nun der Superstar?
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