ohwieschoen

Samstag, Oktober 14, 2006

Ich vermisse doch die Ostsee so sehr!

Wahrscheinlich sollte man nicht mehr unbedingt in das jetzt erfrischende Nass springen, aber ich habe es ja noch recht sommerlich in Erinnerung! Und um dem Großstadtlärm wieder einmal zu entfliehen, habe ich mich am Samstag morgen mit Franciska in den Bus gesetzt und wir sind an die Küste gefahren. Wir haben oben ganz vorne gesessen - wegen des Ausblicks naürlich! Allerdings ändert sich die Landschaft während der fast 5 stündigen Fahrt nicht allzu sehr. Raus aus der Stadt sieht das Grün um einen herum noch spannend aus. Es kommt die eine oder andere Kuh dazu, oder ein Schild am Fahrbahnrand, dass auf eine Schule hinweist. Rundherum steht allerdings kein Gebäude was an eine Schule erinnern könnte, geschweige denn ein Dorf, wo die Kinder herkommen könnten...
In Pinamar angekommen, sind wir schon positiv überrascht: es ist ein kleines Küstenörtchen, das wir außerhalb der Saison antreffen, also ists im Grunde leergefegt und wir die einzigen Touris. Den Weg zu unserem Hostal bahnen wir uns am Strand, schließlich sind wir ja auch genau deshalb hier! Barfuß! Das Hostal sieht nicht unbedingt sehr vielversprechend aus: die Fassade könnte nen neuen Anstrich gebrauchen und im Ganzen wirkt es nicht sehr einladend. Aber wir haben es ja reserviert. Keiner macht die Tür auf - erst beim dritten Klingeln öffnet sie sich. Der Typ wirkt etwas verstört, als ob wir ihn bei irgendetwas stören würden. Aber als wir dann sagten, wer wir sind und dass wir gebucht hätten, geht ihm wohl langsam ein Licht auf. Wir sind, neben einem weiteren Menschen, die einzigen Gäste. Und das erste was ich beim Hereingehen dachte, war: scheiße ist das kalt hier - und Kakerlaken! Also nicht unbedingt der gemütlichste Ort, aber wir hatten schließlich schon zehn Dollar bezahlt.
So schnell wie möglich sind wir dann wieder zum Strand runter, aber mittlerweile war es schon recht windig und kühl, so dass wir uns das Dorf näher angeschaut haben. Unter anderem haben wir uns noch die zwei Hotels angeschaut, die uns die Frau in der Touri-Info empfohlen hatte. Allein bei ihrem Blick hätten wir schon ahnen müssen, was da auf uns zukommt... Kurzum: wir haben dann doch noch beschlossen, dass wir umziehen wollen und der Hostalmann hat das auch ohne Murren und Knurren und Nachfragen hingenommen. Komisch eigentlich...
Am nächsten Tag sind wir mit unseren tollen Fahrrädern, die wir gemietet hatten, ein paar Dörfer weiter gefahren. Das heißt, wir wollten eigentlich zu einem Örtchen mit dem Namen Cariló, das uns alle Welt empfohlen hatte. Problem: die Straße hörte irgendwann auf und vor uns lag ein Sandweg. Und auf Sand lässt es sich ja mal schlecht mit dem Rad fahren. Also schieben wir zum Strand, und dort konnten wir sogar ein Stückchen weiterfahren. Dass uns die Meschen dort etwas merkwürdig anschauen, ignorieren wir einfach! Aus der halben Stunde Ausruhen im Sand, ist dann auch ganz schnell mehr geworden und um halb vier wollten wir uns das Örtchen doch mal anschauen. Klein und kuschelig könnte man es beschreiben. Und man fühlt sich fast zu hause: überall stehen Kiefern und Pinien und es riecht nach Nadelwald! Nach einer kleinen Stärkung bei "Tante" schieben wir unsere Fahrräder also wieder weiter, immer noch auf der Sandstraße unserem Hotel entgegen. Trotz dass man im Grunde gar nichts gemacht hat und Entspannung pur erlebt hat, sind wir todmüde und tierisch hungrig. Abgeschlossen wurde dieses Erholungs-Wochenende mit einem Asado-Essen im "Pampa-Grill" und wir fallen satt und zufrieden in unsere Betten... Posted by Picasa