So, hier kommt das vor einiger Zeit angekündigte Foto vom Glockenturm der Hallgrimskirkja. Die Ausrichtung ist Nord-West und man ganz in der Ferne die Halbinsel Snaefellsness erahnen. Es war im übrigen schweinekalt und so windig da oben, dass das wackelfreie fotographieren gar nicht so einfach war. Bernie und ich sind dann auch schnell
wieder runter und haben uns in einem meiner Lieblings-Cafés hier, Kofi Tomasar Fraenda (Die Hütte von Tom dem Verwandten...), lecker Tee und einen geilen Schoko-Kuchen einverleibt.Bis zu Bernies Abreise blieb das Wetter auch so stabil sonnig, so dass ich schon frohlockte mit dem Fahrrad zu meiner neuen Wirkungsstätte in Fossvogur fahren zu können.
Hab ich auch genau 3 mal gemacht. Als ich beim Krankenhaus angekommen bin war ich dann allerdings immer so kaputt und durchgeschwitzt, dass ich dieses Unterfangen ganz schnell wieder aufgegeben habe und auf den Bus umgestiegen bin. Zu meiner Verteidigung habe ich zu sagen, dass das Rad ungefähr gar keinen Komfort hat (nicht mal die Bremsen gehen richtig) und wenn man hier morgens um 7:30 Uhr losfährt ist es stockdunkel und man braucht Licht, aber der Dynamo klemmt und wenn es dann dochmal geht hat man das Gefühl jemand hält einen fest. Und dann ging es auch noch die ganze Zeit bergauf... also wirklich lieber Bus.
Die Arbeit in der Notaufnahme macht mir aber riesigen Spaß, weshalb ich auch nochmal um 2 Wochen verlängert habe und dafür nicht in die Orthopädie/Traumatologie gehe. Ich darf ziemlich viel alleine machen und z.B. bei Wunden die genäht werden müssen haben die hier die Prämisse: "See one, do one, teach one." Was dann auch beinhaltet, dass sich meine Nähte niemand mehr anschaut und ich die Patienten dann selber entlasse. Die Briefe diktiere ich sowieso alle selbst auf Englisch und meine Skills im Röntgenbilder befunden habe ich auch schon ziemlich vorangetrieben. Eine Woche bleibt mir dort noch und dann bin ich die letzten beiden Wochen nochmal in der Allgemeinchirurgie in meinem ersten Krankenhaus. Da freu ich mich aber auch schon drauf, weil ich dann hoffentlich wieder mit Mad Jonas operieren kann.
In den letzten Tagenwar es hier recht kalt und es hat auch geschneit, so dass wir gestern die Gelegenheit beim Schopf gegriffen haben und aus der Stadt raus gefahren sind. Ungefähr 20 km Richtung Südküste gibt es einen Ort namens Hveragerdi und in dessen Hinterland fließen ein kalter und ein heißer Fluß zusammen und es gibt zahlreiche heiße Quellen in den Bergen. Katha, Helge, Peter und ich waren also um 12:30 Uhr am Start und sind in die verschneite Berglandschaft gewandert. Es hatte dort etwas mehr geschneit als in der Stadt und dann hatte der Wind auch noch teilweise wirklich tiefe Verwehungen aufgeworfen und wir sind mehr als einmal bis über die Knie drin versunken. Ziemlich krass war es etwas abseits des Weges zu laufen, was wir relativ oft gemacht haben, weil wir entweder eben jenen nicht mehr sehen konnten oder aber den besten Weg über den Bach suchen mussten. Da das Gebiet ja von den heißen Quellen durchzogen ist, war das Sumpfgras dort zwar mit Schnee bedeckt, aber darunter war es total morastig und ich bin echt so froh, dass meine Schuhe anscheinend dicht sind. Die sahen jedenfalls aus wie Schwein. Zum Glück ist ja aber die warme Waschmaschine Fluß immer neben einem und das haben meine Treter alles problemlos mitgemacht. Ich würde mal meinen was das angeht kann Mittelamerika kommen. Hey, heute in einem Monat sollte genau jetzt mein Flieger nach Brüssel starten :-)!Ich denk an euch alle und freu mich auch schon euch bald wieder zu sehen.
Das Inga-Kind


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