ohwieschoen

Sonntag, Oktober 29, 2006

Entspannung pur

Wie verbringt man den Tag am besten, wenn man entspannen möchte?
In Lübeck fährt man am besten nach Scharbeutz in die Ostsee-Therme, und wenn man sich gerade in Mendoza aufhält, steigt man in den Bus und fährt zu den Termas de Cacheuta. Hat natürlich weniger mit Saunalandschaft zu tun!
Angekommen, wirkt erstmal alles ziemlich unspektukulär - ein kleiner Schotterweg führt zu einem Kassenhäuschen. Dahinter findet man auf gleicher Höhe Grillplätze die ganze Familie. Ein kleines Restaurant für diejenigen, die keine Lust haben, sich ihr Fleisch selbst zu grillen. Neben dem Restaurant führt ein kleiner Pfad runter ins Tal und hier kann man das ganze Gelände überblicken.
Bei den Termas de Cacheuta handelt es sich um eine Art "Freibad". Auf verschiedenen Höhen sind in die Abhänge Becken eingelassen, insgesamt neun Stück. Temperaturschwankungen von 18° bis 38°C für die Frostbeulen unter uns, auch ein Whirlpool darf natürlich nicht fehlen! Und alles natürlich unter freiem Himmel mit der Sonne im Gesicht. Ein wenig überrascht hat mich, dass es keine wirklichen Liegeflächen gibt, wie es bei uns der Fall wäre. Hier ist eben alles etwas "argentinisch": ein Tagesausflug wird mit Essen verbracht und dafür muß man nicht liegen sondern sitzen. Deshalb findet man auch nur Sitzgruppen mit Bänken und Tischen. Neben dem Grillplatz natürlich!
Wir suchen uns ein kleines Stückchen Rasen neben einem kleinen Flußlauf und genießen die Sonne, die allerdings schon - es ist immerhin erst Frühling hier - ganz schön Kraft hat. Also das Eincremen nicht vergessen!
Leider müssen wir uns schon am Nachmittag auf den Rückweg machen, damit wir auch ja unseren Bus nach Buenos Aires nicht verpassen...

La Lauschi Posted by Picasa

Freitag, Oktober 27, 2006


Ich entschuldige mich mal, dass ich hier alles so abgehackt reinstelle, aber ich hatte ein paar Probleme mit meiner Software, die jetzt aber hoffetnlich behoben sind (*Daumen drück*).
Also das obere Foto ist na 66° Nord aufgenommen und sollte eigentlich als zweites erscheinen. Das untere Foto zeigt Bernie und unseren Larry im Hochland und ist am ersten Tag aufgenommen worden... Posted by Picasa

Roadtrip I

Weiter geht´s mit Island: nachdem das erste Bernie-Wochenende gut rumgebracht war, haben wir am Montag einen Jeep - ok, wenn er groß ist will er mal ein Jeep werden - gemietet. Einen Suzuki Jimny, der aber relativ schnell "Larry" getauft wurde, da Bernhard sich das Jimny nicht merken konnte. Als uns der Mann von der Autovermietung morgens abgeholt hat ist mir schon aufgefallen, dass auf der Esja Schnee lag. Und wir wollten ins Hochland... Aber erstmal keine Sorgen um das machen, was noch gar nicht ist und so haben wir dann erstmal unser Jeepchen bekommen, sind wieder nach Hause gedüst und waren froh, dass wir nur zu zweit waren, denn mit dem ganzen Gepäck (2 Tagesrucksäcke und jeder eine Reisetasche, sowie Lebensmittel und uns beiden) war das Auto ziemlich voll. 10 Uhr, es geht los. Aber erst noch Proviant einkaufen. Der erste Supermarkt: zu, macht erst um 11 Uhr auf..., egal im Einkaufszentrum ist einer, der hat sicher auf. Denkste! Der macht erst um 11:30 Uhr auf. Also das teure Real-Pendant, Spaghetti können ja dort auch nicht so teuer sein. Manchmal muss ich mich immernoch daran erinnern, dass ich in Island bin: hier ist alles teuer. Ok, Spaghetti jetzt nicht gerade, aber trotzdem kauft man nur das nötigste ein und dann sind es ruckzuck 30 Euronen. ABER: wenn man was erleben will, dann darf man nicht sparen!
Jetzt aber wirklich raus aus der Stadt, hoffentlich finde ich den Weg zu den heißen Quellen, die Reykjavik mit Wärme aller Art versorgen. Der ist nämlich schöner als der Touri-Bus-Weg nach Thingvellir. Ist alles gut gegangen und wir sind nicht gleich am Anfang unserer Reise verschütt gegangen. Leider war nur das Wetter diesmal nicht so gnädig wie eine Woche zuvor; es ziemlich bewölkt, aber immerhin noch trocken. Und die Landschaft ist auch so beeindruckend. Die nächste Station war dann Thingvellir, wo wir eine Stunde rumgelaufen sind und uns mal ein bisschen über die Geschichte Islands informiert haben. Sehr blutig und grausam mit abgehackten Köpfen, in der Wildnis ausgesetzten Outlaws und ertränkten Frauen...  Danach dann Geysir. Leider ist die Fontäne von Strokkur vor grauem Himmel nur halb so beeindruckend, wie vor blauem und dann fing es auch noch an zu regnen! Wir also erstmal rein in die Touri-Zentrale und nen Pylsur gemampft (ich hab Bernie angefixt!). Am besten haben Bernie an diesem Ort aber, glaube ich, die beiden Extrem-Offroad-Jeeps gefallen, die wir da gesehen haben. Jedenfalls hat er beide fotographiert. (Zu sehen unter:  http://www.flickr.com/photos/62881385@N00/?saved=1). Nach dem Geysir kommt dann logischerweise der Gullfoss, den wir 15 Minuten vor der asiatischen Reisegruppe erreicht haben und deshalb noch ganz für uns alleine hatten - im Regen. Da war es dann mittlerweile auch schon 14 Uhr oder so und wir hatten noch nicht mal die geteerten Straßen verlassen. Also husch husch ins Hochland. Endlich offroad! Auch hier wurde das Wetter entgegen meiner Hoffnungen nicht besser und ich hatte schon ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich doch immer erzählt hatte, wie toll das Wetter hier in Island ist. Der beindruckende Langjökull hat sich gar nicht gezeigt und auch den Hofsjökull sollten wir bis zum nächsten Morgen nicht zu Gesicht bekommen. Ein paar schöne Bilder konnten wir dann allerdings von Bláfell schießen. Je weiter wir aber in die Einöde vorgedrungen sind desto diesiger wurde es und gegen 18 Uhr war es dann eigentlich nur noch eine reine Milchsuppe. Zum Glück ist die Hütte in Hveravellir ausgeschildert - sehr grotesk: Straßenschilder mitten im Nichts - so, dass wir da gut hingefunden haben. Außer 2 Bauarbeitern, die in einer anderen Hütte gewohnt und daran gearbeitet haben, war keine Sau da, so dass Bernie und ich die mindestens 30 Personen-Wanderverein-Hütte ganz für uns hatten :-). Von dem zur Hütte gehörigen großartigen HotPot hatte ich ja schon mehrfach und blumig geschwärmt, so dass die Vorfreude darauf auch sehr groß war. Wir also unsere Klamotten in die Hütte getragen, raus aus selbigen, rein in die Badebux und raus in die Kälte (-2° oder so) - der HotPot ruft ja. Ich konnt mich von vor einer Woche noch daran erinnern, dass er zwar heiß war, aber auszuhalten, sogar für mich Weichei. diesmal allerdings war es quasi unmöglich da rein zu gehen; das Wasser hatte mindestens 60°C! Da fühlt man sich dann wohl wie ein Hummer... ENTTÄUSCHUNG! Was nun? Erstmal essen und ein Tee, um wieder warm zu werden. Ich hab mich dann auc wieder angezogen, weil es nur im Bikini doch etwas mopsig war,a ber Bernie ist in Badeshorts und Windstopper-Jacke alle 20 Minuten rausgerannt, nachdem er die Temperaturregulierungsanlage des Pots gefunden hatte: zwei dicke Schläuche, jeweils einer mit kochendem Wasser direkt aus den umliegenden Quellen und einer mit kaltem Gletscherwasser, der allerdings in diesem Moment gar nix zur Kühlung des Beckens beigetragen hatte. Aber selbst ist der Mann und durch permanentes Rausrennen-und-Temperatur-checken durch meinen Begleiter, war es uns dann gegen halb 10 doch noch möglich einen langen Tag im HotPot im Nebel ausklingen zu lassen.
Der nächste Morgen begann mit einem schönen Sonnenaufgang über dem Hofsjökull und ich begann schon zu frohlocken, ob der scheinbaren Wetterbesserung. Der andere Gletscher war übrigens immernoch nicht zu sehen... Vorm Frühstück haben wir noch ein kleines Bad im HotPot genommen und ich hab endgültig beschlossen, dass ich sowas auch später in meinem Garten brauche. Als wir aufgebrochen sind zog es sich schon wieder zu. Trotzdem sind wir noch schnell zu dem Flugfeld gefahren, auf dem ich 9 Tage vorher mit Helges Auto meinen Spuren in den Lavasand gezogen hatte (waren auch noch da) und haben die obligatorischen Cool-vor-dem-Flugfeld-Schild-steh-Fotos gemacht - sogar mit Gletscher im Hintergrund! Dann ging es weiter Richtung Norden und siehe da, es hatte doch tatsächlich geschneit. Kurz hinter Hveravellir war die Landschaft ein bisschen gezuckert. Als wir die Schotterpiste wieder verlasse haben, hatte sich das mit dem Schnee aber auch erstmal wieder erledigt und wir kamen in einen Ort, der ganze 130 Einwohner hat, aber in der Karte wirkt wie eine mittelgroße Kleinstadt in NRW. Dort dann wieder Pylsur, noch ein bisschen Schoki eingekauft und weiter Richtung Akureyri. Wirklich großartige Sehenswürdigkeiten haben wir an unserem zweiten Tag nicht mitgenommen, aber dafür haben wir den 66. nördlichen Breitengrad überquert und waren damit fast am nördlichen Polarkreis! Kalt war´s, weil windig und da das Wetter sehr wechselhaft war haben wir ein cooles Schauspiel aus Wellen, Wind, Regen und Sonne erlebt. Auf jeden Fall jede Menge tolle Motive. Je weiter wir nach Norden fuhren, desto unwirtlicher wurde es; nicht nur das Wetter, auch die Landschaft war sehr rau und ich wundere mich immernoch, wie Menschen dort freiwillig leben können. Es sieht schon sehr faszinierend aus, aber eben auch lebensfeindlich. Dort hatten die Berge schon mehr Schnee und das Meer war eine grau-blaue peitschende Wellenmasse. Da macht das bestimmt nicht so viel Spaß mit einem Fischerbötchen rauszufahren...
Die Suche nach einem Nachtquartier gestaltete sich dann schwieriger als gedacht, weil die meisten in den Reiseführern angegebenen Domizile schon dicht hatte, da die Saison ja vorbei war. So sind wir also nach Akureyri weitergefahren, wo wir, rückblickend gesehen, die beste Unterkunft der Reise hatte. Ein Doppelbett in einem Zimmer unter dessen Fenster ein Bach langfloß. In Akureyri hat es bei unserer Ankunft geschneit wie nix gutes und die lokale Dorfjugend hat das zum Anlass genommen gleich mal die Sau raus zu lassen und Asphalt-Cowboy zu spielen. Ist also überall dasselbe. Ansonsten haben wir von der Stadt nicht viel gesehen, weil dort schon die Bürgersteige hochgeklappt waren, als wir gegen 19 Uhr dort eingelaufen sind und am nächsten Tag hatten wir ja auch noch diverse Wasserfälle auf dem Programm. Doch dazu beim nächsten Mal mehr...

Mein vergangenes Wochenende habe ich in Mendoza verbracht. Und das erste was ich dazu sagen will: das ist meine Stadt!Um eine kleine Vorstellung für die Entfernungen zu bekommen: Man setze sich abends um 20.30 hs in den Reisebus, schießlich wird hier alles mit Bussen bestritten, und kommt am nächsten Morgen um 10 hs an. Und man befindet sich immer noch im gleichen Land! Auf der Landkarte fährt man mit dem Finger immer Richtung Westen und stoppt dann kurz vor den Anden.Ich habe dort so viele Eindrücke von diesem Land erhalten, dass ich sie kaum niederschreiben kann. Das beeindruckenste sind natürlich die Berge. Aber auch das einen umgegebende Grün, das bin ich ja kaum noch gewohnt. Hier in Bs.As. muß man Bäume schließlich suchen. Ich denke, dass ich mich dort von anfang an wohler gefühlt hätte als in Bs.As. - aber das weiß man ja vorher nicht...
Wir sind also am Samstag morgen angekommen und haben uns gleich für eine Trecking-Tour in die Berge angemeldet. Es stellte sich heraus, dass es mehr eine Touri-Foto-Tour war, aber immerhin waren wir mittendrin und konnten uns sogar mit Schneebällen bewerfen. Und das bei 25°C!!! Der erste Stopp wurde gemacht, bevor wir überhaupt die Cordillere passiert hatten, und wahrscheinlich auch nur, weil einer der ca 50 jährigen Touris darum gebeten hatte. Nächster Stopp, 25 min, für Kaffeepause und Pipi machen. Auf unsere Nachfrage, ob es auch noch etwas "aktiver" wird, wurden wir nur schief belächelt. Die nächsten Fotos durften dann im nun geschlossenen Skigebiet "Penitentes" gemacht werden. Hier auch die Schneeballschlacht! Das erste nun wirklich interessante an der Tour, war die "Puente del Inca", an der wir natürlich auch gehalten haben. Sieht erstmal ziemlich unspektakulär aus, weil lauter Souvenier-Stände drumherum mit Kitsch aller Art. Und dann sieht man eine steinerne Brücke, die aus dem Mineral Limoneta geformt wurde und vor keine Ahnung wieviel Jahren, bereits von den Inca benutzt wurde. Dazu gibt es eine Geschichte, die man eigentlich kaum glauben kann und dazu nur soviel, um hier niemanden mit unnützem Wissen zu beschallen: das Hotel wurde von einer Lawine zerstört und die Kirche, die bergnäher stand als das Hotel, steht immer noch.

Endlich kommen wir am Cerro Aconcagua an. Bisher konnte man es auch auf 2000 m Höhe noch sehr gut im kurzen Shirt aushalten. Aber hier oben, wir befinden uns in zugigen 3600 m, ist es wohl recht zugig! Natürlich liegt der Pulli im Micro... Die Luft ist hier merklich dünner nd wir, total unausgelastet von nur im Auto sitzen, rennen die Hügel hoch. Da pfeift man wirklich auf dem letzten Loch! Aber eine geile Aussicht hat man hier! Ich bin immer wieder fasziniert von Bergen. Irgendwie ruht hier die Ewigkeit... Ganz nebenbei ist der Cerro Aconcagua 6960 m hoch und ist damit der höchste Berg auf dem ganzen amerikanischen Kontinent. Und ich da. Mein nächstes Ziel: ihn zu besteigen... kleiner Scherz! Von unserer Reiseführerin Carlita durften wir uns ein belächelndes "na, seid ihr gelaufen?" anhören und ab ging es wieder in den Bus.Auf dem Rückweg haben wir eben in dem Skigebiet gehalten, um noch mal schnell was zu essen. Der Kellner fand uns glaub ich auch ziemlich kacke, weil wir hatten keinen Hunger. Haben ja schließlich oft genug angehalte, um immer mal was zu futtern. Also habe wir uns jeder nen Kaffee bestellt und als wir den dann bekamen, wollte uns dieser nette Herr Ober auch glatt den Brotkorb wegnehmen. Nach eineinhalb Stunden ging es dann auch endlich weiter. Wieder Pipi- und Kaffeepause - und das nach einer Stunde Fahrt! Kein Wunder, dass diese Tour mit 10 Stunden angegeben war!
Der nächste Stopp hingegen bot wieder einen schöneren Blick. Wir hielten nämlich an einem Gebiergssee, der sich eben zur Schneeschmelze mit Wasser füllt. Blauer ist auch das Mittelmeer nicht...!
Leider war dieser Tagesausflug alles andere als das, was ich mir vorgestellt hatte, aber er hat mir die Berge ein ganz großes Stück näher gebracht!

La Lauschi Posted by Picasa

Lange her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe!

Dafür jetzt aber die volle Dröhnung. Ich beginne damit, dass Bernie am 06.10. bei bestem Wetter in Keflavik gelandet ist. Zum Glück, denn wenn es geregnet hätte, dann hätten sich ja alle seine Vorurteile bestätigt! Dieses tolle Wetter hielt dann auch noch den nächsten Tag, so dass wir zwei und Katha beschlossen mit Helges Jeep (den ja immer noch hatte), einen Tagestrip nach Snaefellsness zu machen. Das ist eine Halbinsel, die nördlich von der liegt, auf der Reykjavik ist. Sie gehört zum ältesten Teil von Island und man kann auf ihr fast alle Landschaften finden, die das restliche Island zu bieten hat. Also perfekt um einen schnellen Überblick zu bekommen. Wie schon gesagt war das Wetter ziemlich gut (Sonne, ein paar Federwölkchen, windig und gar nicht so warm) als wir gemütlich gegen 10 Uhr losgefahren sind.
Auf dem Weg dorthin mussten wir durch einen Tunnel unter einem Fjord durchfahren, wo dann erst am anderen Ende klar wurde, dass der ganze Spaß 1000 Kronen kosten sollte. Naja, da muss man dann als Touri durch und ganz brav zahlen. Bernie hat nach fast jeder Biegung die Photo-Krise bekommen, aber verständlich - ging mir ja in den ersten Tagen auch nicht anders. Ich hab dann aber irgendwann das Steuer an ihn übergeben, so dass auch ich mir mal die Landschaft in Ruhe anschauen konnte. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto einsamer wurde es mal wieder, was man unter anderem immer gut daran merken kann, dass der Radioempfang schlechter wird.
An der Südseite der Halbinsel gibt es einen relativ breiten Küstenstreifen und ziemlich steil abfallende Klippen mit zahlreichen Wasserfällen, und wenn ich Katha richtig zugehört habe, entsteht sowas bei subglazialen Eruptionen (für alle, die mal bei Wikipedia nachschaun wollen ;-). Unser Mittagessen haben wir dann in einem Lavafeld mit Blick aufs Meer oder wahlweise den in Wolken steckenden Gletscher zu uns genommen. Stürmisch, aber trotzdem schmackhaft. Und auf Moos läuft es sich nicht nur gut, es ist auch ein prima Popo-Polster. Weiter ging es auf einem Schotterweg, der uns so nah wie möglich an den Gletscher bringen sollte. Hätten wir uns eigentlich auch sparen können, weil da oben sowieso alles in Wolken hing und wir eigentlich nix vom Gletscher gesehen haben. Nur ein bisschen Schnee, der dann auf ca. 800 m doch schon gefallen war. Und uns kam doch tatsächlich wieder ein berühmt-berüchtigter Offroad-Yaris entgegen!
Auf der Nordseite von Snaefellsness angekommen hat nicht nur gestürmt, sondern auch geregnet und war irgendwie doof grau in grau. Unser Rückweg hat uns dann um das Kap herumgeführt und je näher wir diesem kamen, desto besser wurde dass Wetter. An den Straßen stehen ziemlich viele Hinweisschilder für Sehenswürdigkeiten, die meistens dann doch nicht so toll sind, aber man weiß ja nie und so sind wir also einem der Schilder gefolgt und standen dann plötzlich vor einer Absperrung. Dabei wollten wir doch ans Meer! Also rein in den Windstopper, die Mütze auf, die Handschuhe an und losgelaufen. Was dann kam, war eine Ruine eines Hauses, die auf den ersten Blick mal gar nicht so spektuklär war, dann aber doch noch ganz gut als Photomotiv zu gebrauchen war. Und das Meer hat dort ein nettes Wellen-und-Wind-Schauspiel geboten. Auf dem Rückweg zum Auto haben wir dann doch noch erleben dürfen, wie der Gletscher aus den Wolken hervorgelugt hat. Sah total klasse aus, weil der Boden noch ganz krass diese leuchtenden Herbstfarben hatte.
Auf dem Rückweg nach Reykjavik wollten wir dann den Mauttunnel umgehen und sind um den Fjord herum gefahren. Hätten wir mal nicht machen sollen. Das hat nämlich mindestens ne Stunde gedauert und die Straßen waren auch viel schlechter als erwartet. In Reykjavik hat uns dann allerdings ein opulentes Mahl bei Caitlin erwartet, zu dem wir uns selbst eingeladen hatten. Da der Sonntag eigentlich nur verregnet war haben wir nix gemacht. Ich musste nur den Helgi vom Flughafen abholen und ihm sein Auto wieder geben. Leider ist mir kein suffizienter Weg eingefallen, dies zu umgehen. Aber ich will auf jeden Fall später, wenn ich groß bin, mal wo wohnen, wo ich auch so ein Auto fahren kann! In Kürze folgt der nächste Teil über Bernie´s und meinen Roadtrip! Posted by Picasa

Sonntag, Oktober 15, 2006

Eine ganze Stadt befindet sich im Ausnahmezustand! Ein Weltstar - ja, so könnte man ihn bereits nennen - ist zu Gast im Estadio River Plate in Buenos Aires. Und es überhaupt das erste Mal, dass er in diesem Land zu Besuch ist. Deshalb weiß keiner so genau, wie der Abend verlaufen wird, wie verrückt sind die argentinischen Jugendlichen nach ihm? Beginn des Ereignisse ist um 22 Uhr. natürlich ist der ganze Bereich um das Stadion herum weitläufig abgesperrt und die Mengen werden in begitterten Wegen zu den Eingängen geleitet. Es ist 19.30 Uhr und größtenteils junge Leute bewegen sich in Richtung Ort des Geschehens, aber auch einige ältere mit Kindern sind dabei. Langsam füllt sich der abgedeckte Rasen, auch auf den Rängen werden die Sitzplätze gefüllt. Um halb neun fängt die Vorgruppe an, zu spielen. Eine argentinische Kombo mit dem Namen keine Ahnung wie, aber mit netten Rhythmen um schon mal für die richtige Stimmung zu sorgen. Mittlerweile haben wir es auch geschafft und stehen knapp hinter der ersten Absperrung, aber eben nur knapp. Der Beliebtheitsgrad wird schnell deutlich: immer wieder werden einige Mädchen von den Sicherheitsmenschen aus den Massen gezogen; schließlich hat schon die eine oder andere hier mehrere Stunden oder gar Tage zugebracht, nur um ihrem Idol nahe zu sein. Das schlimmste was passieren kann, ist eine Ohnmacht mitten in der Menschenmenge. Aber auch das passiert! Über die Köpfe der Fans wird eine Frau noch vorn gereicht. Auch ein Mädchen neben uns knickt immer wieder in die Knie, mit bleichen Lippen sagt sie zwar es ginge ihr schlecht, aber raus wolle sie auch nicht.
Die argentinische Truppe bedankt sich für ihren Auftritt und die letzte dreiviertel Stunde des Wartens ist angebrochen.
Um Punkt 22 Uhr gehen auf einmal die Lichter aus und die Bühne wird gesäumt von Flammen. Die Menge fängt an zu schreien und zu kreischen. Der Druck, der sich nach vorne hin aufbaut, wird immer größer. Der Meister selbst betritt die Bühne und fängt sofort an, sein Talent zum Besten zu geben. Alles schiebt sich nach vorne, alle wollen ihrem Liebling ganz nahe sein. Die Welle schiebt sich nach vorne und wieder nach hinten. Man hat Mühe, sich überhaupt auf seinen Füßen zu halten und immer wieder neuen Halt zu suchen. Was aus dem Mädchen neben uns geworden ist, weiß ich nicht. Spätestens jetzt ist klar, wie verrückt die Argentinier nach ihm sind: sehr verrückt!
Die anderen um mich herum habe ich längst verloren, zu beschäfttigt damit, mich aufrecht zu halten und nicht in der Menge unterzugehen. Langsam schiebe ich mich immer weiter nach hinten - ich wollte doch ganz gern lebendig das Stadion verlassen. Weiter hinten komme ich etwas zur Ruhe, aber ich merke, dass ich noch etwas zitterig bin.
Nach dem dritten Lied erklingt ein "Buenas noches Argentina!" und die Menge tobt! Trotz der Anstregungen der Tournee gibt er sich fröhlich und gelassen und scheint beeindruckt von dem Menschenmeer, das nur seinetwegen hier ist. Auch, dass die Fans seine Texte besser kennen als er selbst, rührt ihn und er muß unverhohlen grinsen. Da sieht man den kleinen Lausbuben, wie er sonst immer beschrieben wird. Mittlerweile hat sich das Menschenmeer etwas beruhigt und nun man kann diesen Abend der Musik endlich genießen, mitsingen und ein bißchen tanzen. Ich bin beeindruckt von dem Blitzlichtgewitter, das auf sein Kommando ausgelöst wird!
Zwei Stunden lang steht er auf der Bühne und gibt alles was er kann. Er singt vor allem Titel aus dem Album des letzten Jahres, aber auch ältere Superhits werden zum Besten gegeben - und alles singen mit!
Mit einem "Te amo" verabschiedet er sich und kommt auch nicht mehr auf die Bühne zurück... Posted by Picasa

Samstag, Oktober 14, 2006

Ich vermisse doch die Ostsee so sehr!

Wahrscheinlich sollte man nicht mehr unbedingt in das jetzt erfrischende Nass springen, aber ich habe es ja noch recht sommerlich in Erinnerung! Und um dem Großstadtlärm wieder einmal zu entfliehen, habe ich mich am Samstag morgen mit Franciska in den Bus gesetzt und wir sind an die Küste gefahren. Wir haben oben ganz vorne gesessen - wegen des Ausblicks naürlich! Allerdings ändert sich die Landschaft während der fast 5 stündigen Fahrt nicht allzu sehr. Raus aus der Stadt sieht das Grün um einen herum noch spannend aus. Es kommt die eine oder andere Kuh dazu, oder ein Schild am Fahrbahnrand, dass auf eine Schule hinweist. Rundherum steht allerdings kein Gebäude was an eine Schule erinnern könnte, geschweige denn ein Dorf, wo die Kinder herkommen könnten...
In Pinamar angekommen, sind wir schon positiv überrascht: es ist ein kleines Küstenörtchen, das wir außerhalb der Saison antreffen, also ists im Grunde leergefegt und wir die einzigen Touris. Den Weg zu unserem Hostal bahnen wir uns am Strand, schließlich sind wir ja auch genau deshalb hier! Barfuß! Das Hostal sieht nicht unbedingt sehr vielversprechend aus: die Fassade könnte nen neuen Anstrich gebrauchen und im Ganzen wirkt es nicht sehr einladend. Aber wir haben es ja reserviert. Keiner macht die Tür auf - erst beim dritten Klingeln öffnet sie sich. Der Typ wirkt etwas verstört, als ob wir ihn bei irgendetwas stören würden. Aber als wir dann sagten, wer wir sind und dass wir gebucht hätten, geht ihm wohl langsam ein Licht auf. Wir sind, neben einem weiteren Menschen, die einzigen Gäste. Und das erste was ich beim Hereingehen dachte, war: scheiße ist das kalt hier - und Kakerlaken! Also nicht unbedingt der gemütlichste Ort, aber wir hatten schließlich schon zehn Dollar bezahlt.
So schnell wie möglich sind wir dann wieder zum Strand runter, aber mittlerweile war es schon recht windig und kühl, so dass wir uns das Dorf näher angeschaut haben. Unter anderem haben wir uns noch die zwei Hotels angeschaut, die uns die Frau in der Touri-Info empfohlen hatte. Allein bei ihrem Blick hätten wir schon ahnen müssen, was da auf uns zukommt... Kurzum: wir haben dann doch noch beschlossen, dass wir umziehen wollen und der Hostalmann hat das auch ohne Murren und Knurren und Nachfragen hingenommen. Komisch eigentlich...
Am nächsten Tag sind wir mit unseren tollen Fahrrädern, die wir gemietet hatten, ein paar Dörfer weiter gefahren. Das heißt, wir wollten eigentlich zu einem Örtchen mit dem Namen Cariló, das uns alle Welt empfohlen hatte. Problem: die Straße hörte irgendwann auf und vor uns lag ein Sandweg. Und auf Sand lässt es sich ja mal schlecht mit dem Rad fahren. Also schieben wir zum Strand, und dort konnten wir sogar ein Stückchen weiterfahren. Dass uns die Meschen dort etwas merkwürdig anschauen, ignorieren wir einfach! Aus der halben Stunde Ausruhen im Sand, ist dann auch ganz schnell mehr geworden und um halb vier wollten wir uns das Örtchen doch mal anschauen. Klein und kuschelig könnte man es beschreiben. Und man fühlt sich fast zu hause: überall stehen Kiefern und Pinien und es riecht nach Nadelwald! Nach einer kleinen Stärkung bei "Tante" schieben wir unsere Fahrräder also wieder weiter, immer noch auf der Sandstraße unserem Hotel entgegen. Trotz dass man im Grunde gar nichts gemacht hat und Entspannung pur erlebt hat, sind wir todmüde und tierisch hungrig. Abgeschlossen wurde dieses Erholungs-Wochenende mit einem Asado-Essen im "Pampa-Grill" und wir fallen satt und zufrieden in unsere Betten... Posted by Picasa

Dienstag, Oktober 03, 2006

Ich schon wieder! Ihr muesst auch denken, ich hætte nix zu tun. Im Moment trifft das sogar zu, da heute nur 4 OPs auf dem Plan stehen und die sind auch eher unspektakulær un des sind ja noch die beiden anderen Mædels aus Berlin hier... also halte ich mich mal vornehm zurueck und warte auf Grösseres... Und das kommt bestimmt. Seit gestern bin ich vom Chef vollends adoptiert worden und kann mich auch nicht mehr druecken, wenn er operiert. Keine Chance, ich muss mit. Gestern waren es 2 laparoskopische Gallenblasen (mit ner Kamera im Bauch). Und ich hab nicht nur die Kamera gehalten, nein, ich musste (nicht durfte) die Hautschnitte setzen, die Trocare reindrehen (ok, nicht den ersten) dann die Kamera fuehren, den Gallengang un die Arterie klippen und durchschneiden und zu guter Letzt auch noch zunæhen! Beim klippen und durchschneiden hat der Chef das erste mal noch meine Hand gefuehrt und dann ganz coll gemeint: "You did very well. Next time you do it on your own." Hab ich dann auch gemacht. Jonas war schwer begeistert davon und hat es sich glaub ich zur Aufgabe gemacht mich von meinem Psychiatrie-Plænen abzubringen; stændig kommen so Kommentare wie: "I told you: you are one of us. You can´t hide and you can´t deny it any longer." Langsam glaub ich´s selbst... Nein, nur ein Scherz. ich werde mit Sicherheit nicht Chirurgin, aber ich sehe die Sache jetzt viel entspannter und begreife das Fach. Allerdings Chirurgin auf Island wære eine Alternative... aber die Sprache... man wird sehen ;-)
So, jetzt geh ich mal einkaufen und dann gucken, was der Tag noch so bringt. Liebe Gruesse,

Inga

Montag, Oktober 02, 2006


Na, das scheint ja allerseits ein ereignisreiches Wochenende gewesen zu sein. Bei mir ging es im Prinzip schon das Wochenende davor los, als Helge mich fragte, ob ich nicht in der Zeit, in der er im Urlaub ist, sein Auto (einen Mitsubishi Pajero Intercooler Turbo) haben wollte. Och, nööö, lass mal – HER MIT DEN SCHLÜSSELN!!!!! Nun ist Helge also am Freitag früh nach Italien geflogen und ich hatte das Auto! Ich will nie nie nie wieder ein anderes Auto als einen Jeep fahren! Sound wie ´n Trecker, super Überblick und einfach mal nur Stylo – egal wie die Karre gerade aussieht.

Am Sonnabend dann bin ich mit 2 weiteren PJ-Studentinnen, Annika und Veronique aus Berlin, ein bisschen in die Umgebung von Reykjavík (Reykjanes-Halbinsel) gefahren. Wir wollten zu einem Schwefelquellen-Feld (Krýsuvík) und dazu muss man ein bisschen offroad fahren, wobei dass hier so gar auch auf der Hauptstraße rund um Island (der Ringstraße) immer mal vorkommt und man auf einer Schotterpiste weiterfährt. Wir also der Beschilderung gefolgt und irgendwann hörte die asphaltierte Straße auf und wir sind rechts ins Nirgendwo gebogen. Die Piste bestand aus rotem Lavasand und da es vorher etwas geregnet hatte, gab es auch zahlreiche Pfützen. Macht echt Spaß da durch zu heizen… Irgendwan kamen wir an einen kleinen Flusslauf, den es zu durchqueren galt. Kurz nachgedacht, was ich noch vom Laki-Trip in Erinnerung hatte bzw. was Maik Helge dort erklärt hatte: kleinste Übersetzung, Differential sperren, mit der Strömung fahren, so langsam wie geht, aber nie stehenbleiben. Dann mal los und – geschafft: meine erste Furt! Das Wetter hat auch richtig gut mitgespielt und der Tag war wirklich nett.

Die Krönung und einer der besten Tage meines Lebens kam dann allerdings am Sonntag: ein Hochland-Trip mit Maik und Caitlin. Fast in der Mitte des Landes gibt es eine Wetterstation und heiße Quellen mit einer Hütte, in der man übernachten kann (das hatten wir aber nicht vor). Dieser Platz heißt Hveravellir für alle, die das googlen wollen. Morgens um 8:15 Uhr gings los und der Tag versprach mal wieder sonnig zu werden. Wir sind durch das Gebiet gefahren, dass Reykjavík mit Heißwasser und Wärme versorgt und sind so von der Nicht-Touri-Seite an Þingvallavatn rangefahren, einfach großartig! Weiter gings durch die Geysir-Area und zum Gullfoss (Goldener Wasserfall). Und danach dann endlich Richtung Hochland, am Horizont schon der Langjökull, der zweitgrößte Gletscher Islands, in Sicht. Auch hier hörte die asphaltierte Straße irgendwann auf und es ging auf Schotterpisten weiter; ein Schild hat noch darauf hingewiesen, dass ab hier nur noch 4x4 angebracht sei. Es ist schwer zu beschreiben, aber man fährt da auf einer Piste, die auf ca 1 m aufgeschüttet ist und rechts und links sind Geröllfelder und hin und wieder mal ein Berg oder kleiner Vulkan und in der Ferne immer die Gletscher. Mittagspause haben wir dann an dem See gemacht in den die Zunge des Langjökull reinragt. Schön, bizarr und einsam. Man konnte auch sehr gut erkennen, wie weit der Gletscher schon zurückgegangen ist. Irgendwie ist das erschreckend den Klimawandel anhand solcher Phänomene zu erleben.

Nach der Stärkung ging es dann weiter Richtung Hveravellir, wo wir gegen 15 Uhr eintrafen. Dort gibt es ein Toilettenhaus, zwei Hütten, eine Wetterstation, eine alte grasbewachsene Hütte und heiße Schwefelquellen, die 1. dazu dienen die Hütten zu heizen, 2. einen natürlichen HotPot speisen und 3. einfach mal da sind. Das bizarrste an diesem Ort, an dem es übrigens mit 4° recht kühl war, war ein kleines 2 Mann-Zelt, dass dort in der Gegend rumstand.

Wir haben dann entschieden noch ein bisschen weiter zufahren und etwas ins Gelände zu gehen, weil ich mal ein bisschen Experience haben wollte. Auf dem Weg zu den wirklich rockigen Roads sind wir dann an einem Airfield vorbeigekommen – ein Lande-/Startbahn auf Lavasand irgendwo im Nirgendwo!!! Mussten dann auch erstmal eine kleine Photosession einlegen. Und dann gings los: "Where´s the track?" war wohl die meistgestellte Frage in den nächsten 2 Stunden. Was am Anfang und zwischendurch immermal wieder aussah, wie ein extrem ausgefahrener Feldweg, war von jetzt auf gleich nur noch Steine, die es zu umkurven galt. Dann ein Lavafeld – sieht ja ganz nett aus, wie die Lava da so hingeflossen liegt, aber das Zeug ist verdammt scharfkantig und kann ganz böse Aua zum Reifen machen… Aber: hatte selten an etwas so viel Spaß, wie durch diese Wildnis zu fahren. Es ist tierisch anstrengend und ich war verdammt froh, dass ich Maik hatte, der mir immer gesagt hat, wie ich am besten fahre und warum das Auto so reagiert, wie es regiert und so weiter und so fort. Wenn es mit der Medizin nicht klappt, dann werde ich halt einfach Jutta Kleinschmidt! Irgendwann wurde es dann allerdings zuviel des Guten und es kam Nebel auf, so dass wir nach Hverarvellir zurückgefahren sind, um dort doch noch in den HotPot zu gehen. Als wir dort ankamen war es schon sehr duster und es lag eine ganz komische Stimmung in der Luft. Bei keinem Licht in einem natürlichen HotPot hocken und den Tag Revue passieren lassen hat aber echt schon was fast contemplatives… Dann noch ein kleines Dinner mit den Resten des Tages und ab nach Hause. Hört sich so leicht an, aber es handelte sich hierbei immerhin um nochmal 114 km Gravelroad. Da man dort oben im Hochland weder Radio noch Handyempfang hat muss man sich selber unterhalten und so kam es, dass Caitlin irgendwann fragte, ob wir es schlimm fänden, wenn sie ein bisschen singt. Zum Schluss haben wir dann alle 3 gesungen. Witzig war, dass Maik und ich bei „Country Roads“ sehr textsicher waren und Caitlin, die aus Virgina kommt, keine Ahnung hatte!

Um 1:30 Uhr bin ich totmüde ins Bett gefallen und hatte irgendwie das Gefühl, dass der Boden bzw. die Matratze unter mir hin und her schaukelt und schüttelt…

Ich freu mich schon auf´s nächste Mal!

Inga-Kind

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Mein Wochenend-Trip nach Uruguay

Warum fahren Buenos Aires-Touristen nach Uruguay? Genau, weil sie wahrscheinlich nur ein Touristen-Visum haben und länger in Argentina bleiben wollen als 90 Tage. Und weil der Weg zum Stempel eben nur eine Stunde über den Fluss lang ist...Mein Plan sah so aus: Freitag nach Colonia, abends nach Montevideo und dann am Samstag abend von dort zurück. Und als es dann am Freitag los ging, sah ich das Wochenende ja schon förmlich ins Wasser fallen: Wolken, Wolken, Wolken und dazu Temperaturen bei 10°. Aber die Überraschung kam vor der Küste Uruguays - Supersonnenschein mit strahlend blauem Himmel! Perfekt für einen Ausflug zu Fuß!
Colonia entpuppte sich als idyllisches Fischerörtchen mit soviel Ruhe und Gemütlichkeit, wie ich sie mir seit knapp 2 Monaten Großstadtleben kaum hätte vorstellen können. Kein stinkender Stau mitten in der Stadt und keine Menschenmengen auf dem Weg nach Hause. Einfach nur Ruhe. Perfekt für einen kleinen Erholungsurlaub, den ich bestimmt noch einmal nachholen werde. Aber fürs erste waren die vier Stunden Aufenthalt hier Energie tanken pur. Mit dem Reisebus gings dann weiter nach Montevideo, 2 1/2 Stunden Fahrt - puh, und das bei eingeschalteter Heizung! Landschaftlich wirkt es hier viel grüner und natürlicher, mit großen Wiesen und Wäldern. Auch bei der Einfahrt in die Stadt sehen die Vororte oder Randbezirke gemütlicher aus: Einfamilienbungalows mit Palmen im Vorgarten und es gibt Fuß- und Fahrradwege! Das Zentrum hingegen ist dann wieder mehr Großstadt, wenn auch um einiges kleiner als Buenos Aires. Der Verkehr ist allerdings nicht ganz so tödlich und die Autofahrer halten sogar am Zebrastreifen! Habe ich mich doch glatt gewundert, warum das Auto denn nun anhält und mich vorlässt... Sowas würde hier Bs.As. niemals passieren!!! Da es schon langsam dämmerte, ging die Suche nach einem Hotel vor. Genau wie bei Wohnungsanzeigen, kann man sich ja nie auf die Beschreibungen verlassen und einem wird so manches angedreht. Nach einigem Suchen wurde im Hotel Hispano eingecheckt, ein kleines Häuschen mit relativ vertrauensvollem Portier. Kurz das Gepäck abgeladen, und dann wieder ab in die Stadt. Ich habe mich die ganze Zeit gewundert, warum es denn in dieser Stadt bloß so dunkel ist. Die Antwort: es gibt keine Straßenlaternen! Das einzige Licht kommt von der Werbebeleuchtung von Geschäften und Restaurants. Die Hauptstraße ist gut beleuchtet, aber wenn man dann mehr als einen Block in eine Nebenstraße geht, steht man im Dunkeln. Sehr unheimlich! Von daher gewegte ich mich nur im gut beleuchteten Bereich. Sicher ist sicher! Und das Pfefferspray immer in Reichweite...
Am nächsten Morgen hatte sich diese Geisterstadt in eine fast mediterrane Hafenstadt verwandelt! Wasser und Strand bzw. Hafen an allen drei Seiten - habe ein bißchen Heimweh an die Ostsee, deshalb ging es auch hier zu allererst ans Wasser! Im Microcentro und in der Altstadt gibts natürlich allerhand Plätze zum ausruhen und genießen. Und Sehenswürdigkeiten, die man als guter Tourist natürlich nicht auslassen darf, wie zum Beispiel den Palacio Salvo, immer noch das höchste Gebäude der Stadt. Ein Besuch am Mercado del Puerto und Stöbern auf dem Flohmarkt gehörte natürlich auch zum Programm. Und man glaubt ja gar nicht, wie anstrengend es ist, alles nur zu Fuß zu machen! Von der 3 Stunden-Rückfahrt um 19 Uhr habe ich jedenfalls nicht so viel mitbekommen...

la Lauschi Posted by Picasa